Landtagswahl-Ticker NRW: Hochrechnungen bestätigen CDU-Triumph über die SPD!

Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalen findet am Sonntag die Landtagswahl statt. Die Wahllokale sind seit 18 Uhr geschlossen. Rund 13 Millionen Menschen sind im bevölkerungsreichsten Bundesland wahlberechtigt!

Die CDU mit Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, r.) ist mit deutlichem Vorsprung vor der SPD mit Herausforderer Thomas Kutschaty (53, l.) die stärkste Kraft in NRW.
Die CDU mit Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, r.) ist mit deutlichem Vorsprung vor der SPD mit Herausforderer Thomas Kutschaty (53, l.) die stärkste Kraft in NRW.  © Boris Roessler/dpa

In Meinungsumfragen hatte sich noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen der CDU mit Ministerpräsident Hendrik Wüst (46) und der SPD mit Herausforderer Thomas Kutschaty (53) abgezeichnet.

Jetzt steht fest: Die CDU ist die stärkste Kraft im Land.

Die CDU erzielte nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF 35,0 Prozent. Ihr folgt die SPD mit 27,5 bis 27,9 Prozent. Drittstärkste Kraft werden die Grünen mit 18,2 bis 18,4 Prozent. Die FDP, die bislang zusammen mit der CDU die Landesregierung bildete, kommt auf 5,0 bis 5,4 Prozent. Die AfD landet bei 5,5 bis 5,9 Prozent. Die Linke liegt deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde.

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Offen ist, wer künftig das bevölkerungsreichste Bundesland regieren wird. Nach den Zahlen sind mehrere Koalitionen möglich.

TAG24 berichtet im Ticker!

Das Balkendiagramm zeigt die Hochrechnung zur Landtagswahl in NRW.
Das Balkendiagramm zeigt die Hochrechnung zur Landtagswahl in NRW.  © dpa-Grafik: J. Reschke

Update, 22.36 Uhr: SPD-Chef Klingbeil: Wüst muss jetzt Gespräche führen

Bei Gesprächen nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen sieht SPD-Chef Lars Klingbeil den bisherigen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst zuerst am Zug, dessen CDU stärkste Kraft geworden ist. Zugleich machte Klingbeil in der ARD-Sendung "Anne Will" am Sonntagabend deutlich, dass er eine von der SPD geführte Regierung trotz des historisch schlechten Abschneidens der Sozialdemokraten weiterhin für möglich hält.

"Herr Wüst ist der Sieger, er führt die stärkste Partei an, und deswegen gehe ich davon aus, er führt die Gespräche und er muss jetzt Gespräche führen und dann werden wir sehen, ob er eine Regierung bilden kann", sagte Klingbeil. "Mit heute ist es nicht entschieden."

Klingbeil sagte, er habe sich "eindeutig" ein anderes Ergebnis für die SPD gewünscht. Als Gewinner bezeichnete er neben der CDU auch die Grünen. "Wir hätten gerne mehr geholt."

Update, 22.12 Uhr: Schulministerin Gebauer verliert Stimmen im Kölner Wahlkreis

lministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat bei der Landtagswahl in ihrem Kölner Wahlkreis Stimmen eingebüßt. Nach Auszählung fast aller Wahlbezirke erreichte sie 6 Prozent der Erststimmen, wie die Stadt Köln am Sonntagabend auf ihrer Internet-Seite mitteilte. 2017 hatte sie 8,3 Prozent erhalten. Das Direktmandat im Wahlkreis Köln IV gewann die SPD-Kandidatin Lena Teschlade.

Update, 22.06 Uhr: SPD-Spitzenkandidat Kutschaty: "Ich bin bereit"

Trotz des historisch schlechten Ergebnisses der SPD bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hält sich Spitzenkandidat Thomas Kutschaty für Koalitionsgespräche bereit. "Ich bin bereit", bekräftigte Kutschaty am Sonntagabend bei der Wahlparty der SPD in Düsseldorf.

Der Sieg der CDU und das starke Ergebnis der Grünen bedeuteten "noch nicht automatisch, dass es auch zu einer Regierungsbildung zwischen beiden kommt", sagte der NRW-SPD-Chef. "Deswegen werden wir in den nächsten Tagen noch mal Gespräche führen." Es seien "durchaus noch andere Optionen denkbar".

Kutschaty dankte seinen applaudierenden Anhängern für ihren Wahlkampf. "Ihr habt mich persönlich auch getragen. Es waren die geilsten sechs Wochen meines Lebens."

Die Enttäuschung über das Wahlergebnis sei natürlich groß, nachdem die Umfragen noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU gesehen hätten. "Aber wir machen weiter, wir lassen uns davon natürlich nicht einschüchtern", sagte der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende.

SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty bezeichnet die Wahlkampf-Zeit als "die geilsten sechs Wochen meines Lebens".
SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty bezeichnet die Wahlkampf-Zeit als "die geilsten sechs Wochen meines Lebens".  © Federico Gambarini/dpa

Update, 22.02 Uhr: Besuch im Landtag: Wüst bedankt sich bei Laschet

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat nach seinem Sieg bei der NRW-Landtagswahl seinem Vorgänger Armin Laschet (CDU) gedankt. Wüst traf Laschet bei der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag am Sonntagabend und sagte in einer Ansprache: "Ich freue mich sehr, dass Armin hier ist. Lieber Armin, das ist nur möglich gewesen, weil Du Ende Oktober den Weg frei gemacht hast, in einer so freundschaftlichen Art und Weise."

Die "Rheinische Post" veröffentlichte ein Video der Szene auf ihrer Internetseite. Laschet - leger im Sommeranzug ohne Krawatte - nickte lächelnd und nahm den Applaus der Gäste entgegen. Laschet hatte im vergangenen Oktober nach seiner Niederlage um den Kampf um das Bundeskanzleramt sein Amt als Ministerpräsident aufgegeben. Wüst wurde sein Nachfolger.

Armin Laschet (CDU) hatte sein Amt als Ministerpräsident im vergangenen Oktober aufgegeben
Armin Laschet (CDU) hatte sein Amt als Ministerpräsident im vergangenen Oktober aufgegeben  © Oliver Berg/dpa

Update, 22 Uhr: Reul gewinnt Wahlkreis mit mehr als Hälfte aller Stimmen

NRW-Innenminister Herbert Reul hat bei der Landtagswahl in seinem Wahlkreis mit mehr als der Hälfte der Stimmen das Direktmandat für die CDU geholt. Nach Auszählung aller Wahlbezirke im Rheinisch-Bergischen Kreis II kam er auf 51,1 Prozent der Erststimmen, wie der Landeswahlleiter am Sonntagabend mitteilte.

Update, 21.37 Uhr: Kutschaty gewinnt Wahlkreis Essen I

Der SPD-Spitzenkandidat bei der NRW-Landtagswahl, Thomas Kutschaty, hat seinen Wahlkreis Essen I mit großem Abstand gewonnen. Nach Auszählung fast aller Wahlbezirke erreichte er rund 49 Prozent der Erststimmen, wie aus Angaben auf der Internet-Seite der Stadt Essen hervorging.

Die CDU-Kandidatin Jessica Fuchs kam demnach auf rund 26 Prozent. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hatte Kutschaty 45,4 Prozent erreicht.

Update, 21.32 Uhr: Ex-Umweltministerin Heinen-Esser in ihrem Wahlkreis weit abgeschlagen

Die ehemalige NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) ist in ihrem Kölner Wahlkreis nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Stimmen weit abgeschlagen auf Platz 3 gelandet. Der Grünen-Abgeordneten Berivan Aymaz war der Sieg des Direktmandats in dem Wahlkreis nicht mehr zu nehmen. Auf Platz 2 stand SPD-Kandidat Florian Schuster. Heinen-Esser bekam zunächst nur knapp 15 Prozent der Stimmen, wie aus Daten auf der Internetseite der Stadt Köln hervorging.

Heinen-Esser war im Zuge der "Mallorca-Affäre" als Ministerin zurückgetreten und hatte angekündigt, auch ein Landtagsmandat nicht anzunehmen, falls sie es gewinnen sollte. Sie steht auch auf Platz 6 der Landesliste der CDU.

Update, 21.22 Uhr: FDP-Chef Stamp geht von schwarz-grüner Koalition in NRW aus

FDP-Spitzenkandidat Joachim Stamp geht nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen von einer künftig schwarz-grünen Landesregierung aus. "Wir haben zwei klare Wahlgewinner und ich gehe davon aus, dass die beiden auch miteinander koalieren werden", sagte der FDP-Landesvorsitzende am Sonntagabend im WDR. Dabei deutete er auf die beiden Spitzenkandidaten von CDU und Grünen, Hendrik Wüst und Mona Neubaur.

Bislang wird NRW von einer Koalition aus CDU und FDP regiert. Die FDP fuhr bei der Landtagswahl nun aber laut Hochrechnungen deutliche Verluste ein und rettete sich nur knapp in den Landtag.

Angesprochen auf eine denkbare Beteiligung der FDP in einer Ampel-Koalition sagte Stamp: "Sie glauben doch nicht, dass wir angesichts dieses Ergebnisses jetzt hier über Regierungsbeteiligung spekulieren." Unter Demokraten schließe man zwar nie Dinge grundsätzlich aus. Aber es seien "andere am Zug, hier die Regierung zu bilden".

Update, 21.19 Uhr: AfD jubelt trotz Verlusten - Wagner: "Wir sind drin"

Der AfD-Spitzenkandidat Markus Wagner hat sich trotz der Verluste seiner Partei bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zufrieden gezeigt. "Wir können jetzt wirklich guter Dinge sein und auch mal ein bisschen feiern", sagte er kurz nach 18 Uhr am Sonntag auf der Wahlparty seiner Partei in Düsseldorf. Er rechnete fest mit einem Wiedereinzug seiner Partei in den Landtag: "Wir sind drin."

Die Hochrechnungen sahen die Partei am Abend bei 5,6 Prozent (ARD, 20.25 Uhr) und 5,7 Prozent (ZDF, 20.09 Uhr). Bei ihrem Einzug in den NRW-Landtag 2017 hatte die AfD 7,4 Prozent erreicht. Bei den ersten Prognosen um 18 Uhr lag die Partei bei 5,5 bis 6 Prozent.

Bereits lange vor der Bekanntgabe der ersten Prognosen war der kleine Fraktionssaal der AfD im nordrhein-westfälischen Landtag gut gefüllt. Die etwa 50 AfD-Anhänger applaudierten bereits bei der Bekanntgabe, dass der Einzug der FDP in den Landtag ungewiss sei. Als die AfD-Prognose verlesen wurde, brandete kräftiger Applaus auf.

Auch Landessprecher Martin Vincentz zeigte sich zufrieden. "Wir haben gezeigt, dass wir keine Eintagsfliege sind, als die man uns vielleicht das ein oder andere Mal dargestellt hat." Mit dem erneuten Einzug habe sich die AfD fest etabliert und das sei für eine relativ junge Partei "aller Ehren wert".

Die Verluste der Partei im Vergleich zur vergangenen NRW-Wahl erklärte sich Markus Wagner mit der Konzentration auf die Wahlkämpfe der SPD und CDU. Insbesondere das Duell zwischen Thomas Kutschaty und Hendrik Wüst habe die AfD Stimmen gekostet.

AfD-Spitzenkandidat Markus Wagner kann dem Wahl-Ergebnis trotz Verlusten etwas gutes abgewinnen.
AfD-Spitzenkandidat Markus Wagner kann dem Wahl-Ergebnis trotz Verlusten etwas gutes abgewinnen.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 21.16 Uhr: Wahlkreis-Schlappe für Stamp

Neben der Schlappe für die FDP im Land hat Spitzenkandidat Joachim Stamp auch in seinem Wahlkreis in Bonn deutlich Stimmen eingebüßt.

Nach Auszählung fast aller Wahlbezirke erhielt der Familienminister und stellvertretende Ministerpräsident knapp 9 Prozent der Erststimmen, wie die Stadt am Sonntagabend auf ihrer Internet-Seite mitteilte. 2017 hatte Stamps Ergebnis noch bei 14,3 Prozent gelegen.

Titelfoto: Montage: Oliver Berg/dpa, Grafik: J. Reschke

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