Laumann: AstraZeneca-Impfstoff in NRW nur für unter 65-Jährige

Düsseldorf/NRW - Mit dem AstraZeneca-Impfstoff werden in Nordrhein-Westfalen nach Worten von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (63, CDU) ausschließlich Menschen unter 65 Jahren geimpft.

Karl-Josef Laumann (63, CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen.
Karl-Josef Laumann (63, CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

Priorität hätten ambulante Pflegekräfte sowie medizinisches und pflegerisches Personal in Krankenhäusern, sagte Laumann am Montag in Düsseldorf.

In NRW sei in den nächsten zwei Wochen der Plan, vor allem im ambulanten Bereich, Hospizen und der Tagespflege zu impfen.

Bis einschließlich der ersten Märzwoche sollen nach Angaben Laumanns etwa 600.000 Impfdosen von AstraZeneca in NRW eintreffen.

Damit steht für die Corona-Impfungen nach den Produkten von Biontech und Moderna nun ein dritter Impfstoff zur Verfügung. Die ersten mehr als 74.000 Corona-Impfdosen wurden bereits geliefert.

Die Impfreihenfolge könne nur die Ständige Impfkommission (StiKO) verändern, betonte Laumann auf die Frage, ob jetzt auch Lehrkräfte und Erzieherinnen geimpft werden könnten.

Diese seien in der Reihenfolge nur bei Priorität 3. Das NRW-Gesundheitsministerium werde sich "penibel" an die vorgegebene Reihenfolge halten. Eine Änderung dürfe "keine politische Entscheidung sein".

Anders als bei den Impfstoffen von Biontech und Moderna werde NRW die Impfdosen von AstraZeneca komplett für die Erstimpfungen einsetzen - und nicht die Hälfte für die zweite Spritze zurücklegen, sagte Laumann. Er sehe kein Risiko, dass für die zweite Impfung in neun bis zwölf Wochen nicht genug Impfstoff da sei.

Seniorenheime fast durchgeimpft

Ein Notfallsanitäter der Feuerwehr Düsseldorf, wird im Impfzentrum Düsseldorf mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus geimpft.
Ein Notfallsanitäter der Feuerwehr Düsseldorf, wird im Impfzentrum Düsseldorf mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus geimpft.  © Federico Gambarini/dpa

Die Erstimpfungen in Nordrhein-Westfalens Altenheimen sind nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) "so gut wie abgeschlossen".

Damit sei "eine kleine, aber wichtige Etappe erreicht", sagte Laumann am Montag in Düsseldorf. Dies sei bedeutend, weil sich jeder zweite coronabedingte Todesfall in stationären Einrichtungen ereignet habe.

Insgesamt seien in NRW mittlerweile 489.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft, davon 330.000 auch schon zum zweiten Mal.

Inzwischen sind landesweit alle 53 Impfzentren in Betrieb. Dort werden zu Hause lebende Menschen ab 80 Jahren zuerst geimpft.

Kein Verständnis für Impfstoff-Vordrängler

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat Vordrängler bei Corona-Schutzimpfungen kritisiert. "Ich habe für dieses Vordrängeln überhaupt kein Verständnis", sagte Laumann am Montag in Düsseldorf. Strafrechtliche Sanktionen lehne er jedoch ab. Das öffentliche Urteil, das darüber gefällt werde, reiche.

Laumann fügte hinzu, Bundeskanzlerin Angela Merkel (ebenfalls CDU) habe mit dem Satz "Wir lassen uns impfen, wenn wir dran sind in unserer Bevölkerungsgruppe" dazu alles gesagt. Damit sei jeder gut beraten. Natürlich solle nirgendwo Impfstoff "verkommen". Wo Impfdosen übrig blieben, sollten sie aber in derselben Prioritäten-Gruppe gespritzt werden.

Zuletzt war bekannt geworden, dass der Oberbürgermeister im sachsen-anhaltinischen Halle, Bernd Wiegand (parteilos), und zehn seiner Stadträte bereits eine Impfung bekommen hatten.

Auch in NRW gab es entsprechende Fälle. Unter anderem hatten sich der 31 Jahre alte Bürgermeister von Hennef, Mario Dahm (SPD), und Feuerwehrfunktionäre vorab impfen lassen.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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