Leichtes Spiel für Schüler in NRW? Wegen Corona-Krise soll niemand sitzen bleiben!

Düsseldorf/Köln/NRW - Schüler, Lehramtsstudierende und -anwärter sollen in Nordrhein-Westfalen im laufenden Schuljahr keine gravierenden Nachteile wegen der Corona-Krise erleiden.

Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen.
Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen.  © Federico Gambarini/dpa

Deswegen hat der Landtag am Donnerstag in Düsseldorf mit großer Mehrheit ein "Gesetz zur Sicherung von Schul- und Bildungslaufbahnen im Jahr 2020" verabschiedet. 

Unter anderem soll niemand am Ende dieses Schuljahres sitzenbleiben. 

Prüfungstermine können verschoben und Prüfverfahren für Schüler wie auch für angehende Lehrkräfte angepasst werden.

Nur die Grünen stimmten gegen die Novelle. Ihr Antrag, wenigstens für den Notfall auch ein Abitur ohne Abschlussprüfungen auf Grundlage der Durchschnittsnoten im Gesetz zu verankern, wurde abgelehnt. 

Schulministerin Gebauer (FDP) bekräftigte, ein solcher NRW-Sonderweg wäre unverantwortlich, weil er die bundesweite Anerkennung gefährde.

Alle Schüler sollen grundsätzlich in die höhere Klasse versetzt werden

Schüler auf Abstand in einer Schulklasse.
Schüler auf Abstand in einer Schulklasse.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Auf zentrale Abschlussprüfungen mit landesweit einheitlichen Aufgaben nach der 10. Klasse (ZP 10) der Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen wird hingegen in diesem Jahr in NRW verzichtet. 

Stattdessen sollen die Lehrkräfte der Schulen eine Klassenarbeit schreiben lassen, die stärker auf den tatsächlich erteilten Unterricht Bezug nimmt.

Im laufenden Schuljahr werden alle grundsätzlich in die nächst höhere Klasse versetzt - soweit damit nicht der Erwerb eines Schulabschlusses verbunden ist. 

Nach Ende der Erprobungsstufe nach Klasse 6 wird niemand in eine andere Schulform wechseln müssen. Eltern haben aber die Möglichkeit, ihr Kind freiwillig eine Ehrenrunde drehen zu lassen. Das wird dann aber nicht angerechnet.

Normalerweise kann die gleiche Klasse in der Sekundarstufe I nur einmal wiederholt werden. Nach zweimaligem Sitzenbleiben in derselben Klasse muss in der Regel die Schulform gewechselt werden. 

Aufgrund dessen kann in der Sekundarstufe I im Regelfall insgesamt nur zweimal eine Klasse wiederholt werden.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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