Mann stirbt nach Taser-Einsatz der Polizei

Dortmund - Bei einem tödlich verlaufenen Polizeieinsatz in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) am Mittwochmorgen ist ein sogenannter Taser gegen den Mann zum Einsatz gekommen.

In Nordrhein-Westfalen ermittelt die Polizei Recklinghausen im Fall eines durch Polizeibeamte aus Dortmund getöteten Mannes.
In Nordrhein-Westfalen ermittelt die Polizei Recklinghausen im Fall eines durch Polizeibeamte aus Dortmund getöteten Mannes.  © Roberto Pfeil/dpa

Das bestätigte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Recklinghausen der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. "Ich kann bestätigen, dass ein Distanzelektroimpulsgerät zum Einsatz gekommen ist", sagte sie. Weitere Angaben zur Person, zum Verlauf des Einsatzes und den Hintergründen mochte sie noch nicht machen. "Wir ermitteln mit Hochdruck."

Aus Neutralitätsgründen haben die Beamten aus dem benachbarten Recklinghausen die Ermittlungen in dem Dortmunder Fall übernommen. Bei der Staatsanwaltschaft ist Dortmund zuständig. "Das sind wir in enger Abstimmung", so die Polizeisprecherin.

Zuvor hatte der Mann den Angaben zufolge randaliert. Gegen 4.30 Uhr war deswegen die Polizei in den Stadtteil Dorstfeld gerufen worden. Im Verlauf des Einsatzes kollabierte der Mann, die Beamten und später ein Notarzt begannen mit Reanimationsmaßnahmen. Im Krankenhaus wurde wenig später der Tod des Mannes festgestellt.

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Ob der Einsatz des Distanzelektroimpulsgeräts (DEIG) mit dem Tod des Mannes in Verbindung steht, war zunächst noch unklar.

Die Elektroschock-Pistole war auch ein größeres Diskussionsthema während der Koalitionsverhandlungen in NRW. CDU und Grüne einigten sich darauf, die Geräte zunächst bis 2024 weiter zu testen und mit einer Bodycam zu koppeln.

Update, 19. Oktober, 16.48 Uhr: Gestorbener Mann war herzkrank

Der gestorbene 44 Jahre alte Mann war schwer herzkrank. Das habe die Obduktion des Leichnams am Mittwoch ergeben, teilten die Dortmunder Staatsanwaltschaft und die ermittelnde Polizei Recklinghausen am Nachmittag mit.

"Im Rahmen der heute durchgeführten Obduktion konnte eine Kausalität zwischen dem Einsatz des Distanzelektroimpulsgerätes und dem Todeseintritt nicht sicher festgestellt werden. Der Verstorbene hatte ein schwer vorerkranktes Herz", hieß es in der Mitteilung.

Darüber hinaus seien Anhaltspunkte für eine "erhebliche Alkoholintoxikation" festgestellt worden. Zur genaueren Klärung des Alkoholeinflusses - und ob der Mann zudem unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand - seien weitere Untersuchungen veranlasst worden.

Originalmeldung vom 19. Oktober 2022, 10.12 Uhr, zuletzt aktualisiert am 19. Oktober 2022, 16.48 Uhr.

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

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