Mieten steigen in NRW: SPD-Chef kritisiert "unerträgliche Situation"

Düsseldorf – Angesichts von Wohnungsknappheit, vielerorts steigender Mietpreise und kletternder Energiekosten hat SPD-Chef Thomas Kutschaty (53) die NRW-Regierung zu energischem Gegensteuern aufgerufen.

Thomas Kutschaty (53) spricht beim Thema Wohnen von einer "unerträglichen Situation" in NRW.
Thomas Kutschaty (53) spricht beim Thema Wohnen von einer "unerträglichen Situation" in NRW.  © Federico Gambarini/dpa

"Wohnen ist ein entscheidendes Grundbedürfnis für die Menschen", sagte der Landesvorsitzende der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind heute in der unerträglichen Situation, dass Menschen ihre Stadtteile verlassen müssen, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten können."

Das Thema Wohnen ist eines von mehreren Schwerpunkten einer "Zukunftskonferenz" der SPD am Samstag in Kamen.

"Die Politik muss dafür sorgen, dass mehr gebaut wird." Statt beim öffentlichen Wohnungsbau massiv aufzustocken, sei hier in den vergangenen vier Jahren unter der schwarz-gelben Koalition die Zahl noch um rund 40 Prozent gesunken. Täglich fallen Sozialwohnungen aus der Mietpreisbindung, kritisierte der Parteichef.

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Bauministerin Ina Scharrenbach (45, CDU) hatte bei Vorlage der Jahresbilanz für 2020 unterstrichen: "Der Wohnungsneubau erreicht insgesamt Höchststände."

Er erwarte von Bundes- wie Landespolitik mehr Einsatz für die Belange von Mietern, betonte Kutschaty. Mietrecht sei Bundesrecht, das Land könne aber über mehrere Stellschrauben Einfluss nehmen und sei auch bei der Regulierung der Mietpreise gefordert.

SPD-Chef will EEG-Umlage auf Strom abschaffen

Wie in Hürth entstehen in vielen NRW-Städten Neubaugebiete. Die SPD fordert mehr Sozialwohnungen.
Wie in Hürth entstehen in vielen NRW-Städten Neubaugebiete. Die SPD fordert mehr Sozialwohnungen.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Mieten steigen seit geraumer Zeit nicht nur in NRW-Großstädten wie Köln, Düsseldorf, Münster oder Bonn, sondern längst auch im größeren Umkreis von Ballungsgebieten.

Zudem muss dem Parteichef zufolge mit wachsenden Nebenkosten-Belastungen wegen der stark gestiegenen Preise für Gas und Öl gerechnet werden. Auch beim Strom sollten Mieter entlastet werden.

Seine Forderung laute daher: "Die EEG-Umlage auf Strom muss endlich weg". Kutschaty mahnte niedrigschwellige Förderanreize an. So könnten etwa Photovoltaikanlagen auf Hausdächern von Wohnsiedlungen abgebracht werden. Ohne lange Leitungen und Trassenbau lasse sich der Strom so direkt in die Wohnungen einspeisen.

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"Nutznießer wären die Mieter dank sinkender Nebenkosten und zugleich auch das Klima." Die dafür nötigen rechtlichen Voraussetzungen sollten schnellstmöglich geschaffen werden.

Titelfoto: Montage: Rolf Vennenbernd/dpa, Federico Gambarini/dpa

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