Missbrauchsfall Bergisch Gladbach: Erster Prozess beginnt

Mönchengladbach – Im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach beginnt am Mittwoch (29. April) vor dem Landgericht Mönchengladbach der landesweit erste Prozess gegen zwei Angeklagte.

Einer der beiden Angeklagten wird vor Beginn der Verhandlung im Missbrauchskomplex Bergisch-Gladbach in den Gerichtssaal des Landgerichts geführt.
Einer der beiden Angeklagten wird vor Beginn der Verhandlung im Missbrauchskomplex Bergisch-Gladbach in den Gerichtssaal des Landgerichts geführt.  © Marcel Kusch/dpa

Den 39 Jahre alten Männern aus Krefeld und Viersen wird unter anderem sexueller Missbrauch von Kindern in 79 Fällen vorgeworfen. 

Teilweise sollen sie sich auch gemeinsam an den Kindern vergangen haben, wie das Landgericht Mönchengladbach am Dienstag mitteilte. 

Die Männer sind auch der Herstellung, Verbreitung und des Besitzes kinderpornografischer Schriften angeklagt.

Einer der beiden, ein von der Kindsmutter getrennt lebende Vater aus Krefeld, soll seine Tochter seit 2016 regelmäßig missbrauch haben, teilweise schwer. Dabei nutzte er laut Anklage die Zeit, in der das Kind bei ihm in Krefeld zu Besuch war. 

Der zweite Angeklagte aus Viersen soll sich laut Anklage ab 2015 an seiner kleinen Nichte regelmäßig überwiegend schwer vergangen haben, teilweise in Gegenwart des kleinen Geschwisterkindes. 

Die Eltern hätten dem Onkel die Kinder regelmäßig über mehrere Tage anvertraut. Die beiden missbrauchten Mädchen waren nach Angaben des Gerichts beim Tatzeitraum sechs bis elf Jahre alt.

Zahlreiche Tatverdächtige im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach

Einer der beiden Angeklagten wird im Rollstuhl und mit einer Mappe vor dem Gesicht vor Beginn der Verhandlung in den Gerichtssaal des Landgerichts geschoben.
Einer der beiden Angeklagten wird im Rollstuhl und mit einer Mappe vor dem Gesicht vor Beginn der Verhandlung in den Gerichtssaal des Landgerichts geschoben.  © Marcel Kusch/dpa

Die Angeklagten hätten sich 2017 in über ein Internetforum pädophiler Nutzer kennengelernt. 

Die beiden sollen laut Anklage ab dem Frühjahr 2017 immer wieder Treffen arrangiert haben, bei dem sie die beiden Mädchen teilweise auch gemeinsam schwer missbrauchten.

Der Missbrauch habe zum Alltag der Kinder gehört. Die Angeklagten hätten laut Anklage gezielt ein auf Belohnung und Gewöhnung ausgerichtetes System etabliert, auch mit regelmäßigen Geld- und Sachgeschenken. Bis zum 8. September sind 19 Verhandlungstage angesetzt.

Die Ermittlungen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach erstrecken sich mittlerweile auf sämtliche Bundesländer. 

Allein in NRW wird gegen 23 Beschuldigten ermittelt, davon befinden sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft neun in Untersuchungshaft.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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