Missbrauchsfall Münster: Letzte Worte der Angeklagten

Von Carsten Linnhoff

Münster - Im Hauptprozess um den Missbrauchskomplex Münster haben die Angeklagten am Dienstag (9 Uhr) die Möglichkeit für eine letzte Stellungnahme.

Landgericht Münster: Der Prozess gegen den 28-jährigen Hauptangeklagten, seine Mutter, sowie drei andere Männer steht vor dem Abschluss.
Landgericht Münster: Der Prozess gegen den 28-jährigen Hauptangeklagten, seine Mutter, sowie drei andere Männer steht vor dem Abschluss.  © Rolf Vennenbernd/dpa-pool/dpa

Nach über 50 Prozesstagen will das Landgericht Münster anschließend mitteilen, wann genau die Urteile gegen die vier Männer und eine Frau verkündet werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich in ihrem Plädoyer für Haftstrafen von zehn bis 14 Jahren für schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und sechs Jahre für Beihilfe im Fall der Mutter des Hauptangeklagten ausgesprochen. Außerdem sollen die Männer wegen Wiederholungsgefahr anschließend in Sicherungsverwahrung.

Die Verteidiger hatten sich für ein mildes Strafmaß ausgesprochen und Sicherungsverwahrung als unbegründet zurückgewiesen. Der Verteidiger der Mutter fordert einen Freispruch für seine Mandantin.

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Als mutmaßlicher Drahtzieher der Vorwürfe gilt ein 28-jähriger IT-Techniker aus Münster: Immer wieder soll er den Sohn seiner Lebensgefährtin - der Junge ist inzwischen elf Jahre alt - vergewaltigt und anderen Männern zugeführt haben.

Die Männer soll er im Internet kennengelernt und sich dann zum Missbrauch des Ziehsohns mit ihnen verabredet haben. Einer der Tatorte war eine heute abgerissene Gartenlaube seiner Mutter in Münster.

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen. Der Fall kam im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern und im Ausland Festnahmen gegeben.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa-pool/dpa

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