"Mitte in Gefahr": Politische Straftaten in NRW durch Corona stark gestiegen

Düsseldorf - Die politische Kriminalität hat in Nordrhein-Westfalen nach vier Jahren Rückgang erstmals wieder zugenommen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) stellte am Dienstag den neuen NRW-Verfassungsschutzbericht in Düsseldorf vor.
NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) stellte am Dienstag den neuen NRW-Verfassungsschutzbericht in Düsseldorf vor.  © Marcel Kusch/dpa

Die Zahl der politisch motivierten Straftaten stieg im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent auf 6540. Im Vorjahr waren es noch 6030 Straftaten.

Das teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) bei der Vorstellung des neuen NRW-Verfassungsschutzberichts am Dienstag in Düsseldorf mit.

Als Ursache nannten die Sicherheitsbehörden die Kommunalwahlen im vergangenen Jahr sowie die Corona-Pandemie.

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Reul sprach von einer "Gefahr für die Mitte". Die Corona-Krise sei ein Stresstest für die gesellschaftliche Mitte. "Die Strategien, die Mitte anzugreifen, werden immer perfider", sagte er.

Rückläufig war dagegen die politisch motivierte Gewalt in Nordrhein-Westfalen. Die Gewalttaten sanken 2020 auf 331 Fälle - nach 427 im Vorjahr - auf ein neues Zehn-Jahres-Tief.

Damit wies NRW einen entgegengesetzten Trend zum Bundesgebiet auf.

Bundesweit war ein starker Anstieg der politisch motivierten Gewalt registriert worden.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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