Nach angezündeter Israel-Flagge: Solingen setzt Zeichen gegen Antisemitismus

Solingen – Nachdem auch in Solingen eine Israel-Flagge angezündet wurde, setzte die Stadt ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus.

Leonid Goldberg (l.), Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde und Tim Kurzbach, Solinger Oberbürgermeister (43, SPD) begrüßen sich bei der Kundgebung gegen Hass.
Leonid Goldberg (l.), Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde und Tim Kurzbach, Solinger Oberbürgermeister (43, SPD) begrüßen sich bei der Kundgebung gegen Hass.  © Henning Kaiser/dpa

Am Rathaus versammelten sich Vertreter von Stadt, Jüdischer Kultusgemeinde, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und des Zusammenschlusses "Bunt statt Braun".

In der Nacht zu Donnerstag war eine vor dem Rathaus gehisste israelische Flagge vom Fahnenmast gerissen und verbrannt worden. Dieser "Akt des offenen Antisemitismus" werde nicht widerspruchslos hingenommen, betonten Teilnehmer der Kundgebung. Coronabedingt waren nicht mehr als 70 Personen zugelassen.

Der Vorfall war gefilmt und über die sozialen Medien verbreitet worden, wie die Stadt mitteilte. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Der oder die Täter waren am Freitag noch unbekannt.

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Die Fahne war erst am Mittwoch gehisst worden. Die Stadtverwaltung habe damit an die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland am 12. Mai 1965 erinnern wollen.

Während der Veranstaltung am Freitag wurde demonstrativ eine neue Israel-Fahne am Mast hochgezogen, wie ein Stadt-Sprecher schilderte. Sie solle aber planmäßig nur noch vorübergehend gehisst bleiben. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (43, SPD) hatte den Vorfall als "schändliche Tat" verurteilt.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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