Nach Attacken auf Autos von Impfzentrums-Mitarbeitern: Jetzt ermittelt der Staatsschutz

Erkrath - Nach Attacken auf Autos von Mitarbeitern des Corona-Impfzentrums in Erkrath bei Düsseldorf hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

In Erkrath bei Düsseldorf hat der Staatsschutz nach Attacken auf die Autos von Mitarbeitern des Corona-Impfzentrums die Ermittlungen übernommen.
In Erkrath bei Düsseldorf hat der Staatsschutz nach Attacken auf die Autos von Mitarbeitern des Corona-Impfzentrums die Ermittlungen übernommen.  © Boris Roessler/dpa

Die Polizei schließt eine politisch motivierte Aktion von Impfgegnern nicht aus. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch in Mettmann.

Unbekannte hatten Schrauben und Nägel so unter die Reifen mehrerer Autos gelegt, dass diese beim Anfahren zerstochen werden sollten. In einem Fall sei dies auch geschehen. In allen betroffenen drei Autos hätten von außen sichtbar Ausweise von Mitarbeitern des dortigen Impfzentrums gelegen.

Der geschädigte Impfzentrumsmitarbeiter hatte bemerkt, dass auch Autos seiner Kollegen betroffen waren und diese rechtzeitig warnen können.

Erste tropische Nacht des Jahres: Temperaturen in Köln lagen bei rund 20 Grad!
Nordrhein-Westfalen Erste tropische Nacht des Jahres: Temperaturen in Köln lagen bei rund 20 Grad!

"Die Nägel werden nun auf DNA-Spuren untersucht", sagte die Polizeisprecherin. Noch sei nicht sicher, dass es sich um eine politische Straftat handele.

"Es gab dort auch früher schon einmal Sachbeschädigungen an Autos, als es dort noch kein Impfzentrum gab. Möglicherweise ärgert sich auch nur jemand über die Parkplatzsituation." Die Polizei sucht Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben.

Die Nägel und Schrauben waren bereits am Sonntag unter den Reifen entdeckt worden. Zusätzlich wurde bei einem Wagen ein Scheibenwischer beschädigt.

Weiterer Vorfall in NRW-Impfzentrum

NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) und der NRW-Verfassungsschutz hatten mehrfach vor einer Radikalisierung der Szene von Impfgegnern und Corona-Leugnern gewarnt.

Bislang habe es einen weiteren Vorfall an einem anderen Impfzentrum in NRW gegeben, hieß es aus dem NRW-Innenministerium. Dabei habe der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der in dem Impfzentrum eingesetzt ist, gelockerte Radbolzen an seinem Wagen bemerkt.

Eine politisch motivierte Tat sei in diesem Fall nach derzeitigem Erkenntnisstand aber auszuschließen.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: