Nach Nahost-Unruhen: 106 Straftaten in NRW, Vielzahl davon bei Demos

Düsseldorf - Im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen im Nahen Osten hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen 106 Straftaten registriert.

Ein erheblicher Teil der Taten seit dem 10. Mai war bei Demonstrationen begangen worden, wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte.
Ein erheblicher Teil der Taten seit dem 10. Mai war bei Demonstrationen begangen worden, wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Bei einem Großteil handele es sich um antisemitische und anti-israelische Taten, teilte das NRW-Innenministerium am Mittwoch in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Es werde gegen 161 Verdächtige ermittelt, von denen 58 bereits namentlich identifiziert seien.

"Mehr als jeden dritten Tatverdächtigen haben wir bereits identifiziert. Das ist präzise, hartnäckige Polizeiarbeit. Niemand, der an diesen hässlichen Aktionen beteiligt war, braucht sich sicher fühlen", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU).

Von den 58 Verdächtigen seien 17 Deutsche, 16 Syrer, neun Libanesen, vier Deutsch-Libanesen, sechs Türken und ein Deutsch-Türke.

Jugendliche liefern sich Motorradrennen: 15-Jähriger stürzt und verletzt sich
Nordrhein-Westfalen Jugendliche liefern sich Motorradrennen: 15-Jähriger stürzt und verletzt sich

35 Ermittlungsverfahren würden wegen Volksverhetzung geführt, fünf wegen Verletzung von Flaggen und Hoheitszeichen ausländischer Staaten, zwölf wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Hinzu kommen neun Verfahren wegen Gewaltdelikten und 45 wegen sonstiger Straftaten wie Beleidigung oder Widerstands gegen Polizeibeamte.

Ein erheblicher Teil der Taten seit dem 10. Mai war bei Demonstrationen begangen worden.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: