Nach Sturm-Stillstand: Fernverkehrszüge rollen wieder durch NRW

Düsseldorf – Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr am Donnerstagvormittag wegen Sturmschäden in ganz Nordrhein-Westfalen eingestellt. Seit dem Mittag rollen auf einigen Strecken wieder erste Fernzüge.

Die Deutsche Bahn hat am Vormittag den Fernverkehr in NRW eingestellt. (Symbolbild)
Die Deutsche Bahn hat am Vormittag den Fernverkehr in NRW eingestellt. (Symbolbild)  © Federico Gambarini/dpa

Das teilte ein DB-Sprecher in Düsseldorf mit. Es sei mit Folgen für das gesamte Bundesgebiet zu rechnen.

Zwei Hauptstrecken in NRW seien für den Fernverkehr nicht mehr befahrbar. Es handele sich um Köln-Düsseldorf und Köln-Bonn. Dort laufen infolge von Sturmschäden aufwendige Reparaturarbeiten.

Wie lange sich diese hinziehen, könne man noch nicht sagen. Zudem bewege sich das Sturmtief weiter über Deutschland hinweg. Man versuche, Fernzüge auf gewissen Strecken an NRW vorbeizuleiten, ergänzte der Bahn-Sprecher. Die DB habe den NRW-Fernverkehr um 9.30 Uhr gestoppt.

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Auch im Regionalverkehr in NRW ist es zu Einschränkungen gekommen. Dieser fahre laut Sprecher noch "so weit wie möglich".

Die Bahn hatte Pendler am Morgen via Twitter mit den Worten "Baum auf der Strecke" über eine gesperrte S-Bahn-Strecke zwischen Dortmund-Kley und dem Bochumer Hauptbahnhof informiert.

In beiden Richtungen werde ohne Zwischenhalt umgeleitet, es gebe Verspätungen und Teilausfälle.

Die Deutsche Bahn informiert bei Twitter über Unterwetterlage

Einschränkungen im Regionalverkehr

Zahlreiche Reisende sind am Kölner Hauptbahnhof gestrandet.
Zahlreiche Reisende sind am Kölner Hauptbahnhof gestrandet.  © Henning Kaiser/dpa

Für die Eurobahn RE13 zwischen Hamm Hauptbahnhof und Venlo wurden im Bereich Düsseldorf bis Venlo Verspätungen wegen der "aktuellen Wetterlage" gemeldet.

In der Nacht war ein Güterzug in Bad Godesberg mit einem Ast kollidiert, der Fernverkehr Köln-Koblenz war am Morgen beeinträchtigt.

Laut einem Bahnsprecher war der Ast sturmbedingt linksrheinisch auf das Gleis gestürzt. "Wir müssen rechtsrheinisch umleiten und arbeiten mit Hochdruck daran, die Schäden zu beheben."

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Fernzüge zwischen Köln und Koblenz wurden seit den frühen Morgenstunden umgeleitet und hatten Verspätungen zwischen 20 und 90 Minuten. Die Halte Andernach, Remagen und Bonn Hauptbahnhof entfielen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte auch für NRW landesweit eine Sturmwarnung herausgegeben. Wer die Möglichkeit habe, im Homeoffice zu arbeiten, sollte das nutzen, hatte eine Meteorologin geraten.

Update, 13.40 Uhr: Erste Fernverkehrszüge fahren wieder

Der Sturm sorgt weiterhin für Verkehrs-Chaos in NRW.
Der Sturm sorgt weiterhin für Verkehrs-Chaos in NRW.  © Henning Kaiser/dpa

Seit dem Mittag rollen auf einigen Strecken wieder erste Fernzüge. Wie die Deutsche Bahn am Mittag mitteilte, werde der Zugverkehr auf ersten Strecken nach und nach wieder aufgenommen.

Es komme jedoch weiter zu Ausfällen und Verspätungen in weiten Teilen Deutschlands. Wie lange die Behinderungen andauerten, sei noch nicht abzusehen.

So dauern die Aufräumarbeiten auf der Strecke Düsseldorf und Köln weiter an, auch sei die ICE-Strecke nach Wuppertal noch nicht befahrbar, sagte ein Sprecher. Die Bahn riet, sich vor Fahrtantritt zu informieren.

Wer seine für diesen Donnerstag geplante Reise verschieben wolle, könne bereits gebuchte Fernverkehrstickets eine Woche bis nach Störungsende flexibel nutzen.

Auch im Regionalverkehr müssen Reisende schon den ganzen Tag mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen, so der DB-Sprecher. Die Reparaturtrupps der Bahn seien zu mehr als einem Dutzend Schadensstellen ausgerückt. Der Sturm hatte seit der Nacht Äste und Bäume auf Gleise oder in Oberleitungen geweht.

Update, 9 Uhr: Bahnstrecke zwischen Hilden und Immigrath gesperrt

Die Bahnstrecke zwischen Hilden und Immigrath ist am Donnerstagmorgen gesperrt worden. Wegen des Sturms seien Gegenstände in die Oberleitung geraten. Es komme zu Verspätungen oder Teilausfällen auf der Parallelstrecke zu Köln-Düsseldorf, berichtete ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Betroffen sind demnach die Linien RE6 (Flughafen Köln/Bonn-Minden), die RE1 (Aachen-Hamm) und die S-Bahn S1 Dortmund-Solingen.

Update, 8.15 Uhr: Schaden an Fernzug-Strecke wieder behoben

Kurz vor sieben Uhr sei der Schaden behoben worden, die Fernzüge könnten wieder linksrheinisch fahren, hieß es dann wenig später. Die Fernzüge waren zuvor seit den frühen Morgenstunden zwischen Köln und Koblenz umgeleitet worden und hatten Verspätungen zwischen 20 und 90 Minuten.

Die DB rechnete aber auch nach Beseitigung des Schadens noch mit "leichten Folgeverspätungen".

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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