Wegen Corona: Sorge um zu wenig Blutspenden in NRW

Ratingen – Weil viele Krankenhäuser nach dem Corona-Lockdown langsam zum Normalbetrieb zurückkehren und versäumte Operationen nachholen, rufen Kliniken und das Deutsche Rote Kreuz in Nordrhein-Westfalen verstärkt zur Blutspende auf.

Am 14. Juni ist Weltblutspendetag.
Am 14. Juni ist Weltblutspendetag.  © Thomas Frey/dpa

Der anstehende Weltblutspendertag am 14. Juni soll mehr Menschen dazu motivieren, jeweils 500 Milliliter Blut zu spenden.

Besonders ehemalige Corona-Kranke können mit ihrem Plasma Infizierten helfen, warb die Uniklinik Bonn. Die Gabe von Antikörpern soll bei einem schwerwiegenden Verlauf von Covid-19 helfen.

Eine Sprecherin der Uniklinik Düsseldorf sagte, dass derzeit rund 30 Prozent Mehrbedarf an Spenderblut bestehe, der nicht gedeckt sei.

Die Vorräte würden knapper, sagte auch ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes West in Ratingen. 

Besonderer Bedarf bestehe bei den seltenen Blutgruppen. Mit seinen Vorräten deckt das DRK rund drei Viertel des Blutbedarfs in NRW ab.

Ohne Blut keine OPs

Die Blutgruppe Null negativ fehlt momentan besonders.
Die Blutgruppe Null negativ fehlt momentan besonders.  © Ina Fassbender/dpa

Auch die Uniklinik Aachen benötigt wieder mehr Blut. "Mit der Rückkehr zur Normalität werden die Menschen auch wieder aktiver, es passieren mehr Unfälle", so eine Sprecherin der Uniklinik.

Während der Hochphase der Corona-Pandemie waren nicht dringend notwendige Operationen verschoben worden. "Gibt's kein Blut, gibt's keine OP!", betonte ein DRK-Sprecher.

Insbesondere werde die Blutgruppe Null negativ gebraucht, weil sie universal einsetzbar sei. Und gerade diese – und andere Blutgruppen mit negativem Rhesusfaktor – fehlen.

"Im Jahr gibt es bei der Blutspende immer Schwankungen", sagte die Sprecherin der Uniklinik Düsseldorf. Während der akuten Phase der Corona-Pandemie seien weniger Menschen zur Spende gekommen, aus Angst sich anzustecken.

Das Deutsche Rote Kreuz startet Kampagne #missingtype

Dem DRK habe die Krise ein halbes Bein weggerissen. Termine an Unternehmen, Berufskollegs und Universitäten, die rund 15 Prozent des Blutbedarfs erfüllen, sind Corona-bedingt weggebrochen.

"Wir blicken auch mit Sorge auf die anstehenden Sommerferien", sagte der DRK-Sprecher – dann kämen aus Erfahrung weniger Menschen zur Spende.

Mit der Kampagne #missingtype machen das DRK und das Bayerische Rote Kreuz (BRK) unter dem Motto "Erst wenn's fehlt, fällt's auf" auf fehlende Blutkonserven aufmerksam.

Bei einer Erstspende müssen Interessierte zwischen 18 und 68 Jahren alt sein. Männer dürfen sechs Mal im Jahr spenden, Frauen nur vier. Interessierte können beim DRK, bei Unikliniken und staatlichen Kliniken spenden, es gebe aber auch private Anbieter, so ein DRK-Sprecher.

Titelfoto: Thomas Frey/dpa

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