Corona-Krise für Schüler: Wie weiter mit dem Schuljahr?

Düsseldorf - Vertreter von Schülern, Lehrern, Eltern und Opposition fordern von der nordrhein-westfälischen Regierung Klarheit über Leistungsanforderungen im Corona-Jahr.

Viele Schüler mussten erneut auf Schulstunden verzichten. (Symbolbild)
Viele Schüler mussten erneut auf Schulstunden verzichten. (Symbolbild)  © Jonas Güttler/dpa

Das Abitur müsse angepasst werden, sagte Sophie Halley von der Landesschülervertretung am Mittwoch in Düsseldorf.

"Es ist absolut nicht mehr realistisch, dass der Lehrplan in irgendeiner Weise eingehalten werden kann." Dies erzeuge bei den Oberstufenschülern "den größten Druck".

Auch Vertreter von SPD, Grünen, Lehrergewerkschaften und Elternvereinen, die sich am Dienstagabend bei einem "Schul-Gipfel" ausgetauscht hatten, unterstützten die Forderung.

Der Aufgaben-Pool für zentrale Prüfungen müsse mindestens erweitert werden, damit Lehrkräfte Themen aussieben könnten, die coronabedingt gar nicht im Unterricht behandelt werden konnten.

"Wir brauchen einen besonderen Rechtsrahmen für dieses Schuljahr", unterstrich die Schulexpertin der Grünen-Landtagsfraktion, Sigrid Beer.

"Im Augenblick schwimmen alle." Die Landesregierung müsse sich endlich für eine bundesweite Verständigung stark machen, forderte SPD-Fraktionsvize Jochen Ott. "Es ist wie immer im Beamten-Mikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren."

Alle hätten Angst, dafür verantwortlich gemacht zu werden, das Abitur-Niveau abzusenken.

Bildung für Schüler im Unklaren

Auch der Vorsitzende der Schulleitervereinigung NRW, Harald Willert, forderte einen einheitlichen Rechtsrahmen, um angemessen auf die Pandemie reagieren zu können.

Normalität gebe es schon lange nicht mehr, stellte er fest. "Heute würde jede Nichtversetzung von jedem Verwaltungsgericht sofort aufgehoben werden, falls die Eltern das wollen."

Die üblichen Bildungsvoraussetzungen seien nicht mehr gegeben. Niemand könne erwarten, dass die regulären Lehrinhalte unter diesen Bedingungen alle abgearbeitet werden könnten.

Titelfoto: Jonas Güttler/dpa

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