NRW feiert Unesco-Weltkulturerbe Limes, Wege und Schilder geplant

Bonn - Vor einem Jahr bekam Nordrhein-Westfalen ein neues Weltkulturerbe: Der Niedergermanische Limes, die antike Grenze des Römischen Reichs, wurde am 27. Juli 2021 von der Unesco ins Weltkulturerbe aufgenommen.

Der Niedergermanische Limes entspricht meist dem Verlauf des Rheines und heißt deshalb "nasser Limes". Hier lebten Zehntausende römische Soldaten.
Der Niedergermanische Limes entspricht meist dem Verlauf des Rheines und heißt deshalb "nasser Limes". Hier lebten Zehntausende römische Soldaten.  © Federico Gambarini/dpa

Ein Teilstück ist der etwa 220 Kilometer lange Abschnitt in NRW zwischen Bonn und Kleve mit den militärischen Anlagen der Römer zur Sicherung ihrer Grenze nach Germanien.

Nachdem es wegen der Corona-Pandemie 2021 kein Fest gegeben hatte, feiern Limeskommunen und Projektpartner den ersten Jahrestag am 31. Juli im Archäologischen Park Xanten des Landschaftsverbands Rheinland (LVR).

Die Unesco, die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, hat mit dem Titel auch die Aufgabe aufgegeben, das Welterbe erfahrbar zu machen. Seitdem haben Projekte zur touristischen Erschließung und Vermittlung begonnen. Unter anderem sollen Schilder aufgestellt sowie Rad- und Wanderwege ausgewiesen werden.

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Der Niedergermanische Limes entspricht meist dem Verlauf des Rheines und heißt deshalb "nasser Limes". Hier lebten Zehntausende römische Soldaten.

Der gesamte Abschnitt reicht von Remagen in Rheinland-Pfalz bis in die Niederlande ans Meer. Die Grenze entstand vor rund 2000 Jahren und bestand bis ins 5. Jahrhundert.

Lehrer präsentiert Unterricht wie bei den Römern

In Xanten, wo die archäologischen Überreste der Lager für zwei Legionen liegen, wird am 31. Juli römisches Leben im Museum lebendig.
In Xanten, wo die archäologischen Überreste der Lager für zwei Legionen liegen, wird am 31. Juli römisches Leben im Museum lebendig.  © Oliver Berg/dpa

In Xanten, wo die archäologischen Überreste der Lager für zwei Legionen liegen, wird am 31. Juli römisches Leben im Museum lebendig: Im Archäologischen Park des LVR führt ein Schnitzer vor, wie Nähnadeln oder Scharniere für Möbel aus Knochen hergestellt werden.

Unterricht wie bei den Römern präsentiert ein Lehrer. Ein Schuhmacher zeigt das Handwerk. In Bonn, dem einstigen römischen Legionslager Bonna, wird an dem Tag ein Rundgang angeboten. In Krefeld gibt es Führungen zum einstigen Kastell Gelduba im heutigen Stadtteil Gellep.

Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach (45) meint, bereits nach einem Jahr zeige sich, wie wichtig diese Welterbestätte für den Tourismus und die Identität der Kommunen am Rhein sei.

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"Kontinuierlich werden wir unser sechstes Weltkulturerbe immer mehr sichtbar und erlebbar machen", erklärte die CDU-Politikerin. Die ersten Schritte seien getan.

Welterbe-Status haben in NRW auch der Aachener Dom, das Schloss Augustusburg in Brühl, der Kölner Dom, die Zeche Zollverein in Essen und Schloss Corvey in Höxter.

Überreste des Limes meist in der Erde verborgen

Für die Fachleute ist die Darstellung des Limes eine harte Nuss. Denn die Überreste der Kastelle, Legionslager, Übungslager und Siedlungen sind meist in der Erde verborgen. "Das Denkmal ist im Boden am besten geschützt", sagt der Archäologe Jens Wegmann vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland: So kann nichts zerstört werden.

Auf dem Gebiet von Bonn etwa stand einst eines der größten Legionslager im Römischen Reich. Es war etwa vom Jahr 35 bis 430 belegt. Die Anlage ist durch den Verlauf der Straßen immer noch gut zu erkennen.

Mehr als 80 Prozent sind erhalten - aber unterirdisch und heute überbaut.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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