NRW-Gesundheitsminister: Corona-Impfung wird große Herausforderung

Düsseldorf - Die bevorstehende Corona-Massenimpfung wird aus Sicht des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU) teilweise Versorgungsengpässe nach sich ziehen

Yvonne Gebauer (FDP, r,), Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, unterhält sich während der Sitzung im Landtag mit Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.
Yvonne Gebauer (FDP, r,), Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, unterhält sich während der Sitzung im Landtag mit Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.  © Federico Gambarini/dpa

Nicht in allen Bereichen könne die Versorgung im gewohnten Maße aufrecht erhalten werden, sagte er am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag. 

Wenn Ärzte künftig mehrmals in der Woche in Impfzentren tätig sein müssten, könnten sie nicht gleichzeitig ihre Praxen im üblichen Umfang betreiben.

Aus den Krankenhäusern könne auf Grund der Infektionslage zumindest am Anfang kaum Personal für Impfungen abgezogen werden, sagte Laumann. 

Fachleute aus dem Freiwilligenregister des Landes zu rekrutieren, sei für diese spezielle Aufgabe "auch nicht einfach".

Insofern seien Forderungen der SPD-Opposition, "unverzüglich" ein Personalkonzept und eine ausgefeilte Impf-Strategie vorzulegen, "schön zu sagen", stellte Laumann fest. 

"Das Personal, was Sie für diese Riesen-Aufgabe brauchen, ist heute schon im Gesundheitssystem. Und die werden das, was sie heute den ganzen Tag machen, nicht mehr den ganzen Tag machen können."

Impfung als Bewährungsprobe für Deutschland

Selbstverständlich werde NRW aber für die nötigen Impfzentren, Impfbestecke und die Logistik sorgen, versicherte der Minister. "Es wird trotzdem unterwegs ruckeln und Probleme geben bei einer solchen Massen-Veranstaltung." 

Schließlich handele es sich um ein höchst anspruchsvolles Mammut-Projekt. "Wir haben richtig Manschetten vor dieser Aufgabe", gab der 63-jährige Politiker zu. "Das hat noch nie ein Minister machen müssen, ein ganzes Volk zu impfen."

Laumann sieht in der Herausforderung auch eine Bewährungsprobe für die Demokratie: "Die Frage, wie Deutschland die Impfung hinkriegt, hat sehr viel damit zu tun, ob die Bürgerinnen und Bürger über Staatsversagen reden oder ob wir einen funktionierenden Staat haben", unterstrich Laumann. 

"Wir müssen ein hohes Interesse daran haben, dass wir das gut machen." Dies gelte parteiübergreifend.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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