NRW-Grundschüler lernen künftig erst in dritter Klasse Englisch

Düsseldorf/NRW - Grundschüler in Nordrhein-Westfalen starten künftig erst in der dritten Klasse mit dem Englisch-Unterricht.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).
NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).  © Fabian Strauch/dpa

 Das ist einer der zentralen Bausteine des "Masterplans Grundschule", den Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag in Düsseldorf vorstellte. Die Regelung gelte erstmals für Kinder, die im Schuljahr 2021/22 eingeschult werden. 

Bisher lernten die Grundschüler schon im zweiten Halbjahr der ersten Klasse Englisch. 

Um die Reduzierung der Stundenzahl für Englisch auszugleichen, werde das Stundenvolumen künftig ab der dritten Klasse erhöht.

Mit dem späteren Start des Englisch-Unterrichts will die Landesregierung in der sogenannten Schuleingangsphase - den Klassen eins und zwei - künftig die Kernkompetenzen in Lesen, Schreiben und Mathematik stärken. 

So wird ab dem Schuljahr 2021/22 eine bisherige Handreichung für einen systematischen Rechtschreibunterricht und einen verbindlichen Pflichtwortschatz mit allen Besonderheiten der deutschen Rechtschreibung fest im Lehrplan verankert. 

Mit der Handreichung hatte Gebauer bereits Anfang 2019 eine Abkehr vom umstrittenen Prinzip "Schreiben nach Gehör" eingeleitet.

Weitere Änderungen in Deutsch und Mathematik in NRW-Schulen

In Mathe sollen ab 2021 Orientierungshilfen und Vorlagen für Förderpläne erarbeitet werden. Um die Fächer Deutsch und Mathematik zu stärken, sollen insgesamt 106 zusätzliche Stellen für Fachkoordinatoren an den Schulämtern eingerichtet werden. 

Diese sollen die Umsetzung der Lehrpläne vor Ort begleiten. Dafür sind nach Angaben des Ministeriums bis 2025 insgesamt rund 21 Millionen Euro vorgesehen. Im Sport soll das Landesprogramm "NRW kann schwimmen" ausgebaut werden, mit dem Schwimmkurse in den Ferien finanziert werden.

Künftig soll in besonders begründeten Fällen schon am Ende der ersten Klasse entschieden werden können, ob ein Kind in der Klasse bleibt. 

Dies entspreche einem vielfach geäußerten Wunsch der Eltern und Lehrkräfte. Außerdem können schulpflichtige Kinder um ein Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt werden, wenn erhebliche gesundheitliche Gründe vorliegen. 

Bei der Schuleingangsuntersuchung sollen auch eigene fachärztliche oder fachtherapeutische Gutachten der Eltern berücksichtigt werden.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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