Herbstferien trotz Corona? Bauernhöfe sind besonders beliebt

Düsseldorf – Die Tourismusbranche in Nordrhein-Westfalen ist in den bevorstehenden Herbstferien besonders auf schönes Wetter angewiesen, weil viele potenzielle Urlauber noch unentschlossen sind oder wegen der Corona-Entwicklung zögern. 

Viele Eltern wollen mit ihren Kindern die Herbstferien im Corona-Jahr auf dem Bauernhof verbringen.
Viele Eltern wollen mit ihren Kindern die Herbstferien im Corona-Jahr auf dem Bauernhof verbringen.  © 123rf/thoermer

Die Gästezahlen steigen nach einem kräftigen Rückgang im Frühjahr im ländlichen Raum deutlich, während die Hotels in Städten nicht so viel Rückenwind haben. Vom Rekordniveau des Vorjahres ist Branche aber weit weg.

"Gebucht werden hauptsächlich Ferienwohnungen. Bauernhöfe sind nahezu vollständig ausgebucht", berichtet Eva Stannigel von Münsterland e.V. Für die erste NRW-Ferienwoche seien diese Unterkünfte gut gebucht, in der zweiten Woche gebe es noch Kapazitäten.

Hotels hingegen hätten im Schnitt weniger Buchungen als vor Beginn der Corona-Pandemie. "Hier reagieren die Gäste auch deutlich sensibler auf neue Entwicklungen wie Fallzahlen", schildert sie. Einige Gäste zögen wegen Corona ihre Buchung zurück, andere buchten wieder.

"Die Gäste buchen noch kurzfristiger als vor Corona", erklärt Markus Backes vom Teutoburger Wald Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH. Wenn das Wetter mitspiele, seien insbesondere im ländlichen Raum wie schon im Juli und August auch im Herbst gute Buchungszahlen zu erwarten.

"Raus in die Natur", egal ob Wandern oder Radfahren, laute das Motto. Auch Ausstellungen oder Thermen rückten wieder mehr in den Fokus.

Weiterhin Verluste, aber Aufwärtstrend

Die Tourismus-Branche hat wegen Corona weiterhin zu kämpfen.
Die Tourismus-Branche hat wegen Corona weiterhin zu kämpfen.  © Armin Weigel/dpa

Der Sauerland-Tourismus e.V. geht während der Herbstferien in NRW und Hessen von guten Zahlen aus. Seit den Lockerungen Mitte Mai normalisierten sich die Ankünfte und Gästeübernachtungen von Monat zu Monat.

"Lediglich bei den Niederländern, die Mitte Oktober ebenfalls Herbstferien haben, rechnen wir aufgrund der aktuellen Reiseregelungen mit ein wenig schlechteren Zahlen als in den Vorjahren", erläuterte Sprecher Rouven Soyka. Dabei gebe es insbesondere um die Problematik aktueller Corona-Testergebnisse.

Auch die Eifel Tourismus GmbH berichtet bei den Buchungen von einem Aufwärtstrend. Allerdings werde der Verlust aus den umfangreichen Einschränkungen des Frühjahrs nicht zu kompensieren sein.

Hinzu komme ein Überschneiden der Ferienzeiten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in diesem Jahr, wodurch statt vier Wochen mit dem Schwerpunkt Familienurlaub diesmal nur zwei anstünden.

Titelfoto: 123rf/thoermer

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