NRW-Polizei erfasst Corona-Fälle in den eigenen Reihen

Düsseldorf – Die Polizeibehörden in NRW mit ihren rund 40.000 Beamten haben ein landesweites Lagebild zu "betroffenen Beschäftigten" erstellt, das täglich aktualisiert wird.

Die Polizeibehörden in NRW haben ein landesweites Lagebild zu "betroffenen Beschäftigten" erstellt, das täglich aktualisiert wird.
Die Polizeibehörden in NRW haben ein landesweites Lagebild zu "betroffenen Beschäftigten" erstellt, das täglich aktualisiert wird.  © Friso Gentsch/dpa

In dem Lagebild werden alle infizierten Polizeibeamten sowie Verdachtsfälle und etwaige Quarantäne-Maßnahmen erfasst, wie ein Sprecher des zuständigen Landesamts für Polizeiliche Dienste (LZPD) der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Über konkrete Zahlen machte das LZPD keine Angaben.

Wie der Sprecher sagte, wird das Lagebild seit vergangener Woche geführt. Es solle dazu dienen, einen Überblick über das Personal zu haben und auf mögliche Engpässse reagieren zu können. 

Bislang bekannt ist der Fall von zwei Polizeibeamtinnen aus Viersen, die am neuartigen Coronavirus erkrankt sind.

In einem neuen Erlass des Innenministeriums wurden die Polizeibehörden am Montag aufgefordert, im Falle einer Erkrankung Kontaktpersonen in Absprache mit dem Gesundheitsamt konsequent in häusliche Quarantäne zu schicken. 

Eine "freiwillige Kontaktreduzierung" sei nicht ausreichend, heißt es in dem Erlass, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Rahmen-Konzept und Pandemie-Koordinatoren

Wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte, gilt ansonsten ein Rahmen-Konzept, das bereits vor einigen Jahren für Krankheitswellen eingerichtet worden sei. Demnach werden die 40.000 Polizeibeamten unter anderem aufgefordert, sich nicht die Hand zu geben. Außerdem gebe es in jeder Kreispolizeibehörde einen Pandemie-Koordinator, der zusammen mit Helfern die Aufsicht über die Schutzmaßnahmen habe.

Michael Maatz, Vizechef der Gewerkschaft der Polizei in NRW, begrüßte die Maßnahmen: "Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser müssen auch dann funktionieren, wenn die Virus-Epidemie größere Bevölkerungsteile erreichen sollte. Deshalb ist es wichtig, das Ansteckungsrisiko für die Menschen, die dort arbeiten, möglichst zu reduzieren."

Update, 13.04 Uhr: Weiterer Polizist in Wesel infiziert

In Nordrhein-Westfalen ist eine weitere Coronavirus-Infektion eines Polizisten bekanntgeworden. Es handelt sich um einen Beamten der Kreispolizei Wesel. Die Arbeit der Behörde in Wesel sei derzeit nicht beeinträchtigt, sagte ein Polizeisprecher auf dpa-Anfrage. 

"Wir haben uns auf einen solchen Fall seit zwei Wochen vorbereitet." Nun werde geprüft, zu wie vielen Kollegen der Beamte Kontakt hatte. Fest stehe aber bereits: Er habe dienstlich keinen Kontakt zu Bürgern gehabt. 

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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