NRW-Polizei nutzte Taser im vergangenen Jahr hunderte Male bei Einsätzen

Düsseldorf - Nach den insgesamt rund 700 Taser-Einsätzen der nordrhein-westfälischen Polizei seit vergangenem Jahr mussten drei Menschen im Krankenhaus behandelt werden. Das hat NRW-Innenminister Herbert Reul (70, CDU) am Donnerstag dem Innenausschuss des Landtags mitgeteilt.

In rund 75 Prozent der Einsätze in NRW blieb es bei der Androhung des Einsatzes des Tasers.
In rund 75 Prozent der Einsätze in NRW blieb es bei der Androhung des Einsatzes des Tasers.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

In einem der drei Fälle hatte der Betroffene erhebliche Mengen Drogen konsumiert, im zweiten Fall habe eine Verletzung aus einer vorangegangenen Schlägerei behandelt werden müssen und im dritten Fall habe der Verdacht eines epileptischen Anfalls vorgelegen.

In rund 75 Prozent der Einsätze sei es bei der Androhung des Einsatzes des Elektroschockgeräts geblieben, dieses sei aber nicht ausgelöst worden.

Die Klinikaufenthalte seien also nicht zwingend durch den Taser-Einsatz verursacht worden, sagte Reul. Dies sei auch im Fall des Todes eines 44-Jährigen nach einem Taser-Einsatz in Dortmund nicht eindeutig geklärt.

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Im Fall des Einsatzes gegen den wohnsitzlosen Mann in Dortmund seien zwei Stromstöße ausgelöst worden, berichtete ein Oberstaatsanwalt.

Der 137 Kilogramm schwere und 1,99 Meter große Mann habe zuvor einen Polizisten mit Schlägen gegen den Kopf verletzt und dann versucht, mit einem Streifenwagen davonzufahren.

Bodycams seien bei dem Einsatz gegen den 44-Jährigen nicht eingeschaltet gewesen. Bei der Obduktion war festgestellt worden, dass der Mann schwer herzkrank und alkoholisiert war.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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