NRW-Polizei testet Taser nun im Streifendienst

Düsseldorf – Ausgewählte Dienststellen der NRW-Polizei sollen sogenannte Taser im Streifendienst testen.

Ein Polizist feuert einen Taser auf sein Ziel ab (Archivbild).
Ein Polizist feuert einen Taser auf sein Ziel ab (Archivbild).  © Boris Roessler/dpa

Das Pilotprojekt soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zum Jahreswechsel in drei bis sechs Polizeibehörden starten. 

Danach soll entschieden werden, ob Taser landesweit eingesetzt werden. Die Kosten würden laut einem Bericht des Innenministeriums an den Landtag bei 57 bis 61 Millionen Euro für fünf Jahre liegen.

Taser - offiziell "Distanzelektroimpulsgeräte" (DEIG) - werden bisher nur von Spezialeinheiten der NRW-Polizei verwendet. 

Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste hatte zuletzt Taser intern getestet. Das Ergebnis laut Innenministerium: Ein Taser eigne sich nur "für statische Einsatzsituationen", bei der die "bewaffnete Person keine erkennbaren Angriffstendenzen gegen andere zeigt". 

Sei das Gegenüber mit einer Schusswaffe ausgerüstet, eigne sich ein DEIG selbst in solch einer vergleichsweise ruhigen Situation nicht.

In Rheinland-Pfalz bereits im Einsatz

In Rheinland-Pfalz werden Taser bereits im Streifendienst eingesetzt (Archivbild).
In Rheinland-Pfalz werden Taser bereits im Streifendienst eingesetzt (Archivbild).  © picture alliance / dpa

Wenn sich ein mit Messer oder Pistole bewaffneter Angreifer bewege, sei das Gerät ebenfalls ungeeignet - weil die Schüsse mit den Pfeil-Elektroden leicht daneben gehen könnten. 

Wegen dieser Einschränkungen und der hohen Kosten sollen die Taser nach dpa-Informationen zunächst in repräsentativen Polizeibehörden getestet werden: Mindestens in einem großen und einem mittelgroßen Präsidium sowie in einem Landkreis.

In Rheinland-Pfalz werden Taser bereits im Streifendienst eingesetzt. Vorangegangen war ein einjähriger Test bei der Polizeidirektion Trier. 

Die mit Tasern außer Gefecht gesetzten Personen seien dabei unmittelbar im Anschluss medizinisch begutachtet worden.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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