ÖPNV-Warnstreik in NRW: Stillstand bei Bussen und Bahnen am Donnerstag!

Köln - Busse und Bahnen sollen erneut in den Depots bleiben. Verdi hat zum zweiten Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr in NRW innerhalb weniger Tage aufgerufen. Die Arbeitgeber sollen damit zu Verhandlungen über einen bundesweiten Tarifvertrag gezwungen werden.

Bahnen der KVB in Köln beim letzten Warnstreik.
Bahnen der KVB in Köln beim letzten Warnstreik.  © Henning Kaiser/dpa

Viele Berufstätige und Schüler in Nordrhein-Westfalen müssen sich am Donnerstag wieder nach Alternativen für den Weg zur Arbeit und in die Schule umsehen. 

Die Gewerkschaft Verdi hat zum zweiten Mal innerhalb von zehn Tagen zu einem landesweiten Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgerufen. 

Busse und Bahnen werden vielerorts nicht fahren, wie die Verkehrsunternehmen ankündigten. Gestreikt werden soll von Betriebsbeginn bis Betriebsende. S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht betroffen.

Wer sich am Donnerstag zu Fuß auf den Weg machen oder auf das Fahrrad umsteigen will, für den wird das Wetter wohl ungemütlich. 

"Es wird windig und nass", sagte Meteorologin Jana Beck vom Deutschen Wetterdienst in Essen. 

Ab der zweiten Nachthälfte werde es von Westen her anfangen zu regnen. Zudem wehe ein recht starker Wind. Eine Regenpause werde es wohl allenfalls am frühen Nachmittag geben.

Warnstreik für einheitlichen Tarifvertrag

Foto vom letzten Streik. Eine Leuchttafel weist in einer U-Bahnstation der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) auf einen Streik hin.
Foto vom letzten Streik. Eine Leuchttafel weist in einer U-Bahnstation der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) auf einen Streik hin.  © Henning Kaiser/dpa

Bei den Warnstreiks geht es nicht um mehr Geld für das Personal im ÖPNV. 

Der Verdi-Bundesverband will vielmehr bundesweite Verhandlungen über einen einheitlichen Tarifvertrag für die rund
87.000 Beschäftigten durchsetzen. 

Derzeit werden in den 16 Bundesländern jeweils eigene Tarifverträge mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden ausgehandelt. 

Dabei haben sich aus Sicht der Gewerkschaft viele Regelungen auseinander entwickelt, etwa was Arbeits- und Urlaubszeiten oder Überstundenregelungen angeht. Die regionalen Verträge sollen deshalb um eine bundesweite Tarifregelung ergänzt werden.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte nach der ersten Warnstreikrunde erklärt, sie sei "nicht zuständig für das Führen von Tarifverhandlungen im Nahverkehr". Tarifregelungen könnten nur in den jeweiligen Bundesländern abgeschlossen werden. Damit will Verdi sich nicht abfinden.

Als Folge der Corona-Pandemie ist die Zahl der Fahrgäste in Bussen und Bahnen stark zurückgegangen. 

Inzwischen sind zwar wieder mehr Menschen mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs, die Zahlen von vor der Krise werden aber noch nicht wieder reicht. So berichtet etwa die Düsseldorfer Rheinbahn, dass die Zahl der Fahrgäste aktuell bei 70 Prozent des Werts vom Oktober vergangenen Jahres liege.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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