"Prägendes Ereignis": Haus der Geschichte sammelt mehr als 1500 Objekte zur Corona-Krise

Bonn - Das Haus der Geschichte in Bonn hat inzwischen rund 1500 Objekte zur Corona-Krise zusammengetragen.

Die Tür eines ausrangierten Bundeswehr-Airbus, mit dem zu Beginn der Pandemie Corona-Patienten aus dem Ausland in Kliniken nach Deutschland geflogen wurden, liegt auf einem Tisch.
Die Tür eines ausrangierten Bundeswehr-Airbus, mit dem zu Beginn der Pandemie Corona-Patienten aus dem Ausland in Kliniken nach Deutschland geflogen wurden, liegt auf einem Tisch.  © Axel Thünker/Stiftung Haus der Geschichte/dpa

"Wir haben mehr gesammelt als sonst üblich, weil man wohl auch rückblickend sagen wird, dass Corona ein prägendes Ereignis der Zeitgeschichte ist", sagte Sammlungsdirektor Dietmar Preißler der Deutschen Presse-Agentur.

Atemschutzmasken, Impfampullen, ein Bierkrug des abgesagten Oktoberfestes: Das Museum hat die Pandemie von Beginn an zum Thema gemacht und ein Sammlungskonzept erstellt mit Kategorien wie "Corona im Alltag" oder "Corona und Wirtschaft".

Institutionen und Privatleute haben Gegenstände zur Verfügung gestellt, die die Krise illustrieren.

Corona-Ausbruch nach Partys in Wuppertal: 20 Studierende positiv getestet
Nordrhein-Westfalen Corona-Ausbruch nach Partys in Wuppertal: 20 Studierende positiv getestet

Erst kürzlich habe das Haus der Geschichte die Tür eines inzwischen ausrangierten Bundeswehr-Airbus erhalten, mit dem in der ersten Phase der Pandemie Corona-Kranke aus italienischen Krankenhäusern nach Deutschland gebracht worden seien, erzählt Preißler.

"Das steht sinnbildlich dafür, dass Corona ein globales Phänomen ist und dass Deutschland auch jenseits der Landesgrenzen tätig war.

Objekte der Corona-Krise als Teil unseres kulturellen Gedächtnisses

Dietmar Preißler, Sammlungsdirektor im Bonner Haus der Geschichte, zeigt einen Bierkrug des abgesagten Oktoberfestes 2020.
Dietmar Preißler, Sammlungsdirektor im Bonner Haus der Geschichte, zeigt einen Bierkrug des abgesagten Oktoberfestes 2020.  © Oliver Berg/dpa

Kinderzeichnungen zeigen beispielhaft, wie die Krise die Jüngsten belastet. Zu den neueren Errungenschaften des Museums gehören auch Einrichtungsgegenstände und Beschilderungen eines Impfzentrums:

"Die werden ja wohl bald schließen - irgendwie muss man später deutlich machen, dass es sie gab", erläutert Preißler.

Auch behördliche Formulare, Hinweiszettel auf abgesagte Veranstaltungen oder von Bürgern verfasste Gedichte zu Corona sind im Fundus.

Corona an Schulen: Zahl der Test-Verweigerer sehr gering
Nordrhein-Westfalen Corona an Schulen: Zahl der Test-Verweigerer sehr gering

"Wir sichern das alles, um das Ereignis als Teil unseres kulturellen Gedächtnisses zu bewahren."

Titelfoto: Axel Thünker/Stiftung Haus der Geschichte/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: