"Kurve kriegen": Präventions-Programm gegen junge Intensivtäter wird ausgebaut

Von Oliver Auster

Düsseldorf - Das landeseigene Präventionsprogramm gegen junge Intensivtäter wird deutlich ausgebaut: Die Initiative "Kurve kriegen" soll laut Innenministerium bis August bei zwölf weiteren Polizeibehörden angedockt werden.

Blick in eine Jugendarrestanstalt. Damit junge Intensivtäter nicht dort landen, soll das NRW-Präventionsprogramm "Kurve kriegen" ausgebaut werden.
Blick in eine Jugendarrestanstalt. Damit junge Intensivtäter nicht dort landen, soll das NRW-Präventionsprogramm "Kurve kriegen" ausgebaut werden.  © Christian Charisius/dpa

Damit wären es dann 35 Standorte. Das Programm richtet sich an Jugendliche, die auf dem Weg zu potenziellen Intensivtätern sind - und vorher noch die Kurve kriegen sollen.

Vor zehn Jahren eingeführt - unter der damaligen rot-grünen Regierung - gilt das Programm als großer Erfolg.

Pädagogische Fachkräfte und Kriminalbeamte gehen gemeinsam auf die Jugendlichen und ihre Eltern zu. Seit 2011 haben nach Angaben des Innenministeriums fast 1700 Kinder und Jugendliche das Programm durchlaufen - knapp 800 haben es demnach erfolgreich abgeschlossen.

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Laut Ministerium begehen vier von zehn Jugendlichen keine Straftat mehr, nachdem sie das Programm absolviert haben. Bei den übrigen 60 Prozent würden Straftaten um mehr als die Hälfte verringert.

Innenminister Herbert Reul (68, CDU) lobte die Initiative als "einzigartig in Deutschland".

Acht der zwölf neuen Standorte haben am Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen: In den Kreispolizeibehörden Viersen, Neuss, Warendorf, Steinfurt, Krefeld, Rhein-Sieg, Unna und Borken. Coesfeld, Gütersloh, Heinsberg und Soest sollen im August starten.​

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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