Regen vermasselt den Bauern die Erdbeerernte - Pflanztunnel wohl die Zukunft

Von Wolf von Dewitz

Bonn/Münster - Die Erdbeerernte in Nordrhein-Westfalen fällt in diesem Jahr schlecht aus. Die feuchtwarme Witterung führte zu großen Ausfällen, weil es dadurch starken Pilzbefall gab.

Inzwischen ist die Haupt-Erntezeit bei Erdbeeren fast vorbei. Die Erntemenge ist aufgrund des Regenwetters niedriger als in den Vorjahren.
Inzwischen ist die Haupt-Erntezeit bei Erdbeeren fast vorbei. Die Erntemenge ist aufgrund des Regenwetters niedriger als in den Vorjahren.  © Oliver Berg/dpa

Viele Erdbeeren verfaulten, wie der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer und der Landesverband Obstbau Westfalen-Lippe auf Anfrage mitteilten.

Die Früchte seien zudem relativ weich gewesen und hätten leicht Druckstellen bekommen, dadurch seien sie nicht so lange haltbar gewesen wie sonst. Beim Erdbeer-Anbau ist die Hauptsaison fast zu Ende, einige Sorten werden aber noch bis September verkauft.

Die Erntemenge in NRW sei 2021 bisher deutlich niedriger ausgefallen als im Vorjahr, hieß es von beiden Verbänden. Zahlen nannten sie nicht. 2020 war die Menge schon eher gering gewesen.

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Das lag damals nicht am Wetter, sondern an der Pandemie: Die Betriebe konnten nicht so viele Erntehelfer aus Rumänien und Polen einsetzen, weil ihnen wegen Corona-Regeln die nötigen Beherbergungskapazitäten fehlten.

In NRW gibt es nach Verbandsangaben auf etwa 2200 Hektar Erdbeerfelder. In den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf bauen etwa 100 landwirtschaftliche Betriebe Erdbeeren an und in den Regierungsbezirken Münster, Arnsberg und Detmold circa 200.

Geschäft mit Freiland-Erdbeeren lohnt kaum noch

Ein Obstbauer hält einen Korb Erdbeeren in der Hand. Sogenannte Pflanztunnel schützen die Früchte vor Wind und Wetter. Hier fiel der Ertrag zufriedenstellend aus.
Ein Obstbauer hält einen Korb Erdbeeren in der Hand. Sogenannte Pflanztunnel schützen die Früchte vor Wind und Wetter. Hier fiel der Ertrag zufriedenstellend aus.  © Oliver Berg/dpa

"Es ist eine sehr schwierige Erdbeersaison", sagt Bernd Möllers vom Landesverband Obstbau Westfalen-Lippe. Manche Felder wurden gar nicht erst abgeerntet und stattdessen direkt "gemulcht".

Mulchen bezeichnet eine Art Mähen, bei dem die zerkleinerten Pflanzen als Kompost auf dem Feld liegenbleiben. "Es gibt immer mal wieder ein nasses Jahr, aber dieses Mal war es im Freiland besonders folgenreich", so der westfälische Verbandsgeschäftsführer.

Nur in Pflanztunneln - also Gewächshäusern - sei der Ertrag zufriedenstellend gewesen. Der Anteil von Obstbauern mit solchen Hilfsmitteln werde zukünftig wohl steigen, sagte Möllers. Derzeit komme jede vierte Erdbeere in NRW aus "geschütztem Anbau".

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Sein Pendant im anderen Teil von NRW, Peter Muß vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, berichtete von steigenden Kosten zum Beispiel für Pachten und von niedrigen Preisen für die Erzeuger.

"Das Geschäft mit Freiland-Erdbeeren lohnt sich mancherorts kaum noch", sagt Muß. Auch er sieht die Zukunft des Erdbeer-Anbaus in den Gewächshaus-Tunneln, wo das Wetter keinen so starken Einfluss hat wie auf dem freien Feld.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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