Reul zu Betrug in Schnelltestzentren: "Unverzeihlich, wenn Menschen den Staat bescheißen!"

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (68, CDU) rechnet nicht mit einer sehr hohen Zahl von Betrügern in Corona-Schnelltestzentren.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (68, CDU) rechnet nicht mit einer sehr hohen Zahl von Betrügern in Corona-Schnelltestzentren.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (68, CDU) rechnet nicht mit einer sehr hohen Zahl von Betrügern in Corona-Schnelltestzentren.  © Federico Gambarini/dpa

"Da gab es ein paar, die die Chance wahrscheinlich gesehen haben, das schnelle Geld zu machen", sagte Reul am Samstag der Deutschen Presse-Agentur am Rande der CDU-Landesvertreterversammlung in Düsseldorf.

"Eine ganze Menge Leute werden auch sehr ordentlich und vernünftig gearbeitet haben." Die Wahrscheinlichkeit, dass es hohe Betrugszahlen bei Schnelltestzentren gebe, halte er für "nicht hoch".

Ein großer Teil der Corona-Schnelltests werde zudem von Ärzten, Apotheken und staatlichen Stellen gemacht.

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Zuvor waren im Fall um mutmaßlichen Betrug in Schnelltestzentren in Bochum zwei Personen festgenommen worden. Das hatte die Staatsanwaltschaft am Freitag bestätigt.

Einer der beiden Festgenommenen sitze wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs in Untersuchungshaft. Bei einem zweiten Tatverdächtigen sei U-Haft beantragt worden.

Jens Spahn kündigt stichprobenartig mehr Kontrollen an

Corona-Testzentren in NRW werden künftig öfter ohne Anlass einer Qualitätsprüfung unterzogen.
Corona-Testzentren in NRW werden künftig öfter ohne Anlass einer Qualitätsprüfung unterzogen.  © Peter Kneffel/dpa

Reul sagte mit Blick auf die Ausweitung der Schnelltests: "Wenn man ein schnelles Verfahren will, darf man sich nicht wundern, dass es auch Probleme geben kann. Trotzdem ist es unverzeihlich, wenn Menschen mit trügerischer Absicht den Staat bescheißen."

Es seien gute Ermittler unterwegs und Gerichte würden dafür sorgen, dass Betrüger auch entsprechend bestraft würden. "Die Wirkung davon ist hoffentlich, dass keiner mehr auf die Idee kommt, so was zu machen."

Seit März sieht die Corona-Testverordnung der Bundesregierung Bürgertests vor. Getestet wird unbürokratisch. Im April hatten die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) erstmals die Kosten beim Bundesamt für Soziale Sicherung abgerechnet.

Die Teststellen erhalten 18 Euro pro Test. In den Monaten April und Mai wurden insgesamt 660 Millionen Euro überwiesen.

Verdachtsfälle gab es auch in Bayern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) kündigte daraufhin "stichprobenartig mehr Kontrollen" an.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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