"Riesenblödheit": SPD-Abgeordneter legt nach Affäre um Briefkopf Mandat nieder

Düsseldorf/Bergkamen - Nach der sogenannten Briefkopf-Affäre gibt der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Weiß (60) aus Bergkamen sein Mandat ab.

Der SPD-Landtagsabgeordnete hatte in einem Schreiben auf offiziellem Briefpapier eine Ferienhausvermittlung gedrängt, Stornokosten nicht in voller Höhe zu berechnen. (Symbolfoto)
Der SPD-Landtagsabgeordnete hatte in einem Schreiben auf offiziellem Briefpapier eine Ferienhausvermittlung gedrängt, Stornokosten nicht in voller Höhe zu berechnen. (Symbolfoto)  © Michael Kappeler/dpa

Das teilte der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Unna, Oliver Kaczmarek (50), mit. Der Schritt entspreche den Forderungen aus weiten Teilen der SPD, nachdem Weiß auch den Rückzug von allen übrigen politischen Ämtern erklärt habe.

Weiß hatte in einem Schreiben auf offiziellem Briefpapier als Landtagsabgeordneter eine Ferienhausvermittlung gedrängt, Stornokosten in Höhe von 200 Euro für eine abgesagte Italienreise im September 2020 nicht in voller Höhe zu berechnen.

Die Agentur hatte von einer "Drohkulisse" für eine vergleichsweise kleine Summe gesprochen und den NRW-Landtagspräsidenten André Kuper (60) eingeschaltet.

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Weiß entschuldigte sich und bezeichnete seinen Brief später als "Riesenblödheit".

Kaczmarek erklärte, für die SPD gehe es nun darum, Vertrauen in die Redlichkeit ihrer Mandatsträger und die Verlässlichkeit politischer Entscheidungen zu bewahren und, wo nötig, wiederherzustellen.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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