Rund 60.000 Wohnungs- und Obdachlose sollen in NRW geimpft werden

Köln - Rund 60.000 Wohnungs- und Obdachlose sollen in Nordrhein-Westfalen nach Berechnungen der Freien Wohlfahrtspflege NRW gegen Corona geimpft werden.

Ein Mediziner bei der Corona-Impfung.
Ein Mediziner bei der Corona-Impfung.  © Guido Kirchner/dpa

In einigen Kommunen seien Betroffene bereits geimpft worden, sagte der Sprecher des Fachausschusses Gefährdetenhilfe, Andreas Sellner, auf Anfrage.

Insgesamt hätten nach Schätzungen etwa zehn Prozent den Pieks in den Oberarm schon erhalten.

Das Land NRW will vor allem den Impfstoff von Johnson & Johnson bei wohnungs- und obdachlosen Menschen einsetzen, weil das Präparat nur einmal verabreicht werden muss.

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NRW habe 48.000 Impfdosen von Johnson & Johnson bekommen, hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (63, CDU) am Freitag angekündigt.

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hatte nach einer erneuten Überprüfung grünes Licht für den Corona-Impfstoff des US-Herstellers gegeben.

Mit der für NRW bestimmten Johnson & Johnson-Tranche sollten mobile Teams vor Ort in Kreisen und kreisfreien Städte Menschen "auf der Straße" impfen, die nicht in Gemeinschaftsunterkünften oder Wohneinrichtungen leben.

Die dauerhaft erreichbaren Wohnungs- und Obdachlosen könnten auch mit anderen Präparaten geimpft werden, die zweimal verabreicht werden müssten, sagte Sellner. "Hier wird nicht wild rumgeimpft - alles ist sehr genau geplant und eng abgestimmt." Geplant sei, bis spätestens Anfang Mai die Impfaktion "komplett erledigt zu haben".

Öffnungszeiten der Notunterkünfte wurden laut Ministerium zum Teil auf 24 Stunden ausgeweitet

Parallel werde in den Unterkünften regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Wer Symptome zeige, werde separiert, sagte Sellner. Bisher mussten nach Angaben des Ministeriums noch keine Obdachlosenunterkünfte wegen Corona-Fällen geschlossen werden.

Als Schutzmaßnahme sei die Belegungsdichte halbiert worden. Für die Menschen seien alternative Unterbringungsmöglichkeiten geöffnet worden.

Die Öffnungszeiten der Notunterkünfte wurden laut Ministerium zum Teil auf 24 Stunden ausgeweitet, sodass sich die Menschen auch tagsüber dort aufhalten könnten.

Einige Einrichtungen hätten Quarantäne-Bereiche und "Krankenwohnungen" vorgesehen. Wie bereits vor der Corona-Krise würden Bedürftige auch in Hotels und Pensionen untergebracht. Außerdem würden den Kommunen Angebote nicht belegter Jugendherbergen gemacht.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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