Schnellere Corona-Impfungen in Härtefällen in NRW möglich

Düsseldorf - Menschen mit Vorerkrankungen und einem besonders hohen Gesundheitsrisiko können in Einzelfällen bevorzugt in den Impfzentren in Nordrhein-Westfalen geimpft werden.

Eine Impfung gegen das Coronavirus ist momentan nur mit Warten möglich. Doch Härtefälle sollen in NRW bald vorgezogen werden können.
Eine Impfung gegen das Coronavirus ist momentan nur mit Warten möglich. Doch Härtefälle sollen in NRW bald vorgezogen werden können.  © Andreas Arnold/dpa

Das sei aber nur aufgrund von Einzelfallentscheidungen möglich, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Freitag mit.

Voraussetzungen sind ein aktuelles Attest vom Arzt und ein Antrag. "Es gibt Menschen mit Vorerkrankungen, die sich in der Liste der Coronaimpfverordnung nicht wiederfinden", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Jetzt sei "ein im Grundsatz pragmatisches Verfahren" geschaffen worden, das den Betroffenen "bestmöglich weiterhelfen" solle.

Infrage kämen zum Beispiel Personen, denen eine Chemotherapie bevorstehe. Zuerst hatte der WDR berichtet.

Das Attest darf nicht vor dem 8. Februar datiert sein. Dann muss man einen Antrag auf vorgezogene Impfung inklusive Attest beim Kreis oder der kreisfreien Stadt stellen, wo man gemeldet ist.

Bestehen Zweifel an der ärztlichen Beurteilung, kann die zuständige Behörde laut Ministerium den Antrag zur Prüfung an die Deutsche Rentenversicherung weiterleiten.

Das Ergebnis der Prüfungen werde dem Antragsteller "zeitnah mitgeteilt", hieß es. Ist es positiv, wird ein Impftermin im jeweiligen Impfzentrum vereinbart.

Chronisch Kranke sollen Impfangebot im März erhalten

Ausgenommen von dem Verfahren seien chronisch Kranke, die in der Corona-Impfverordnung des Bundes bereits genannt werden. Diese Menschen müssen laut Ministerium "keinen Antrag auf Einzelfallentscheidung" stellen und erhalten ein gesondertes Corona-Impfangebot im März.

Zu dieser Gruppe zählen etwa Menschen nach einer Organtransplantation sowie mit einer Demenz, geistigen Behinderung oder einer schweren psychiatrischen Erkrankung. Auch Personen mit chronischer Nierenerkrankung oder Asthma, mit HIV-Infektion oder Autoimmunerkrankungen gehören nicht zu den Einzelfällen.

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

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