Seuche rückt immer näher: NRW-Jäger nehmen Wildschweine ins Visier

Dortmund – Wildschweine wollen die Jäger Nordrhein-Westfalens in der bevorstehenden neuen Jagdsaison flächendeckend intensiv jagen.

Wildschweine wollen die Jäger in NRW in der bevorstehenden Jagdsaison flächendeckend intensiv jagen, um bei einem möglichen Auftreten der Afrikanischen Schweinepest die Ausbreitung möglichst zu verhindern (Archivbild).
Wildschweine wollen die Jäger in NRW in der bevorstehenden Jagdsaison flächendeckend intensiv jagen, um bei einem möglichen Auftreten der Afrikanischen Schweinepest die Ausbreitung möglichst zu verhindern (Archivbild).  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Dabei geht es um eine Reduzierung der stark wachsenden Bestände an Wildschweinen, damit Infektionsketten bei einem möglichen Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) schnellstmöglich unterbrochen werden können. 

"Niedrige Populationsdichten werden als ein zentraler Schlüssel für die Eindämmung der ASP angesehen", erklärte der Landesjagdverband NRW nach dem deutschlandweit ersten ASP-Fall in der jüngsten Zeit und weiteren Verdachtsfällen im Bundesland Brandenburg.

Die Gefahr einer Ausbreitung ins Hunderte Kilometer entfernte NRW werde weniger durch eine Wanderung der Wildschweine, als vielmehr durch den Transitverkehr gesehen. "Das ist die Gefahr, dass der Mensch das Virus weit verschleppt", sagte ein Verbandssprecher. 

Er appellierte an Berufskraftfahrer, Reisende und Ausflügler, ihre Speisereste wie Wurstbrote nicht in der Natur zu entsorgen. Wildschweine auf Nahrungssuche könnten sonst auf diese Weise mit dem für den Menschen ungefährlichen Virus infiziert werden. 

Die eigentliche Jagdsaison beginne üblicherweise Anfang Oktober.

Im Jagdjahr 2019/20 wurden in NRW knapp 60.000 Wildschweine erlegt

Auch in den Vorjahren wurden Wildschweine in NRW bereits intensiv bejagt.
Auch in den Vorjahren wurden Wildschweine in NRW bereits intensiv bejagt.  © 123RF/Zoran Orcik

Auch in den Vorjahren seien Wildschweine in NRW schon intensiv bejagt worden. Für das bis Ende März reichende Jagdjahr 2019/2020 geht der Landesjagdverband von einer ähnlich hohen Zahl an Tieren aus wie 2017/18. Damals wurden 62 500 Wildschweine erlegt. 

Neben ASP gehe es auch um die Schäden durch die wachsenden Bestände. "Die Wildschweine sind Gewinner des Klimawandels", erklärte der Verbandssprecher. 

Weil Eichen und Buchen häufiger Früchte tragen würden, komme es zu einer starken Vermehrung. Hinzu komme der breitere Maisanbau. Milde Winter ließen darüber hinaus die Überlebenschancen der Frischlinge steigen.

Der Landesjagdverband bittet vor diesem Hintergrund um Verständnis, wenn in den kommenden Monaten Waldgebiete zugunsten einer Jagd gesperrt werden. 

In NRW gebe es rund 8000 Jagdgebiete. Es werde von den Straßen weg gejagt und in diesen Gebieten auch verstärkt gejagt, schon um Verkehrsunfälle zu reduzieren. Verbraucher könnten die Anstrengungen durch den Kauf von Wildschweinfleisch unterstützen.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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