Solinger Gedenken an rechtsextremen Anschlag mit fünf Toten im Zeichen von Corona

Solingen/NRW - Der rechtsextreme Brandanschlag auf eine türkischstämmige Familie in Solingen jährt sich Freitag zum 27. Mal. Auch die Gedenkfeier steht im Zeichen von Corona. Es wird ein stilles Gedenken, alle halten Abstand.

03.06.1993, Nordrhein-Westfalen: Das Foto zeigt die Särge von fünf Türkinnen vor dem ausgebrannten Haus in Solingen.
03.06.1993, Nordrhein-Westfalen: Das Foto zeigt die Särge von fünf Türkinnen vor dem ausgebrannten Haus in Solingen.  © Franz-Peter Tschauner/dpa

Zudem werde die 77-jährige Mevlüde Genç, die bei dem Anschlag fünf Familienmitglieder verloren hatte, nicht anwesend sein. 

Das sagte ein Sprecher der Stadt Solingen. 

Am Mahnmal an einer Solinger Schule wollen sich Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), Mitglieder der Genç-Familie und christliche und muslimische Vertreter am Freitag (29.05) still versammeln.

Danach sollen mit genügend Abstand Kränze abgelegt und eine Schweigeminute abgehalten werden. 

Die üblicherweise stattfindenden Ansprachen oder Gebete stünden in diesem Jahr nicht auf dem Plan. 

Die Stadt Solingen erwarte etwa 60 bis 70 Menschen, die jedoch nur mit einem Mund-Nasen-Schutz und reichlich Abstand zueinander an der stillen Gedenkfeier teilnehmen dürften, hieß es.

In der Nacht des 29. Mai 1993 hatten vier rechtsradikale Männer das Haus der türkischstämmigen Familie Genç in Solingen angezündet. 

Mevlüde Genç verlor dabei zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte. Schon kurz nach dem Attentat hatte sie zur Versöhnung aufgerufen. 

Die NRW-Landesregierung stiftete ihr zu Ehren eine Mevlüde-Genç-Medaille.

Titelfoto: Franz-Peter Tschauner/dpa

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