SPD bringt Nachfolge von Neun-Euro-Ticket ins Spiel: "Ticket für alle für einen Euro am Tag"

Düsseldorf - Die SPD-Landtagsfraktion schlägt als mögliches Nachfolgemodell für das 9-Euro-Ticket im Nahverkehr ein Monatsticket für 30 Euro vor, mit dem Nordrhein-Westfalen zunächst vor einer bundesweiten Regelung vorangehen könnte.

Die SPD drängt auf eine schnelle Lösung, um den Menschen in NRW das tägliche Fahren mit dem ÖPNV kostengünstig zu ermöglichen.
Die SPD drängt auf eine schnelle Lösung, um den Menschen in NRW das tägliche Fahren mit dem ÖPNV kostengünstig zu ermöglichen.  © Kay Nietfeld/dpa

"Das 9-Euro-Ticket hat nicht nur Mobilität für Menschen ermöglicht und es ist gut angenommen worden", sagte SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty (54) am Donnerstag in Düsseldorf.

Ohne das 9-Euro-Monatsticket wäre die Inflationsrate rund einen Prozentpunkt höher ausgefallen. "Es zeigt, welch großer Hebel da auch tatsächlich dransitzt, etwas gegen Inflation zu tun." Das bundesweite 30-Euro-Monatsticket sollte dann nach Kutschatys Vorstellung zum 1. Januar 2023 stehen.

Kutschaty betonte, dass die Frage nach einem Nachfolgeangebot für die Ende August auslaufende Aktion schnell beantwortet werden müsse.

NRW-Wetter bleibt trist: Viel Regen, starker Wind und nur selten Sonne
Nordrhein-Westfalen NRW-Wetter bleibt trist: Viel Regen, starker Wind und nur selten Sonne

Das Land, das für den öffentlichen Personennahverkehr zuständig sei, sollte etwas anbieten und dürfe nicht nur mit dem Finger nach Berlin zeigen und abwarten. "Deswegen sollte Nordrhein-Westfalen seinen Beitrag leisten. Wir schlagen vor: ein Ticket für alle für einen Euro am Tag", erklärte er.

Das bedeute, Kundinnen und Kunden zahlten nach diesem Modell 30 Euro für ein Monatsticket. Nach dem Modell sollte es auch Angebote für Quartals- und Jahresabos geben.

Bund laut Kutschaty bereit, "weitere Gelder zu geben"

Als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) sollte sich NRW-Regierungschef Hendrik Wüst (47, CDU) jetzt mit der Bundesebene zusammensetzen, um schnellstmöglich für eine Nachfolgeregelung die Finanzierung sicherzustellen.

Der Bund habe 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich der Einnahmedefizite der Verkehrsbetriebe gezahlt, von denen etwa 500 bis 700 Millionen Euro nach NRW geflossen seien.

Dass jetzt auch die Länder einen Beitrag leisten müssten, sei umso verständlicher, weil der Nahverkehr Landes- und kommunale Aufgabe sei. "Der Bund ist, glaube ich, bereit, noch weitere Gelder zu geben", meinte Kutschaty.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: