"Systemrelevant": Werden drei NRW-Kohlekraftwerke etwa doch nicht stillgelegt?

Düsseldorf/Essen – Beim Kohleausstieg ist offen, ob drei Steinkohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen wie bisher geplant im Sommer endgültig stillgelegt werden.

Die Stilllegung von drei Steinkohlekraftwerke in NRW im Sommer ist noch nicht endgültig beschlossen. (Archivfoto)
Die Stilllegung von drei Steinkohlekraftwerke in NRW im Sommer ist noch nicht endgültig beschlossen. (Archivfoto)  © Marcel Kusch/dpa

Die Übertragungsnetzbetreiber hätten die Kraftwerke als systemrelevant ausgewiesen, teilte ein Sprecher der Bundesnetzagentur mit.

Es geht um das Steag-Kraftwerk Walsum 9 bei Duisburg, die Uniper-Anlage Heyden 4 in Ostwestfalen und das RWE-Kraftwerk Westfalen in Hamm.

Die Behörde prüft, ob die Anlagen betriebsbereit gehalten oder umgerüstet werden müssen, um in Notfällen die Stabilität des Stromsystems zu sichern. Untersucht werde auch, ob Störungen der Stromversorgung durch andere Maßnahmen beseitigt werden können.

Das Verfahren laufe bis zum 1. Juni. Die WAZ hatte zuerst über die Prüfungen berichtet.

Die drei Kraftwerke gehören zu den insgesamt elf Anlagen in ganz Deutschland, die bei der ersten Auktion zum Kohleausstieg einen Zuschlag erhalten haben. Betreiber bekommen für die Stilllegungen insgesamt 317 Millionen Euro. Das Geld fließt auch, wenn ein Kraftwerk in Reserve bleibt.

NRW-Kraftwerke werden trotz allem weiterhin keinen Strom mehr produzieren

Die Kraftwerke produzieren schon seit Jahresbeginn keinen Strom mehr. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn die Netzagentur den Empfehlungen der Netzbetreiber folgt. Die kommerzielle Nutzung bleibt untersagt. Deshalb werde auch bei einer Überführung der Anlagen in die Netzreserve die beabsichtigte Reduzierung der CO2-Emissionen erreicht, betonte die Netzagentur.

Die Kosten für die Bereitschaft der Kraftwerke oder ihre Umrüstung zu sogenannten Phasenschiebern, mit denen die Netzfrequenz stabilisiert werden kann, tragen Stromverbraucherinnen und -verbraucher.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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