Täter schicken vier Menschen mit gefälschten Schreiben in Quarantäne

Minden (Nordhrein-Westfalen) - Bislang unbekannte Täter haben mindestens vier Menschen im Kreis Minden-Lübbecke mit gefälschten amtlichen Schreiben in Quarantäne geschickt.

Unbekannte haben vier Menschen mit diesem gefälschten Schreiben in die Quarantäne geschickt. Chefredakteur Benjamin Piel erstattete Anzeige.
Unbekannte haben vier Menschen mit diesem gefälschten Schreiben in die Quarantäne geschickt. Chefredakteur Benjamin Piel erstattete Anzeige.  © Screenshot/Twitter/benjamin_piel/Roland Weihrauch/dpa

"Zwei Briefe gingen an Personen in Minden, zwei in Porta Westfalica", wie die Polizei des Kreises Minden-Lübbecke am Donnerstag sagte.

Unter den angeschriebenen ist auch der Chefredakteur des "Mindener Tageblatts", Benjamin Piel. Der hatte den Brief beim Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht.

Der Staatsschutz der Bielefelder Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Demnach gingen Briefe auch an mehrere Lokalpolitiker, wie die Bielefelder Polizei mitteilte.

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Nach Angaben der Polizei wirken die Briefe durchaus echt. Nur wer bereits einmal Post vom Kreis in Ostwestfalen in der Corona-Pandemie erhalten habe, würden den Unterschied sofort erkennen, sagte ein Polizeisprecher. Die drei anderen Briefe seien nicht an Journalisten verschickt worden.

Piel sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, dass der Briefkopf ihm merkwürdig vorgekommen sei. Zudem habe er sich nicht vorstellen können, "dass der Kreis mich auf der Arbeit anschreibt".

Zudem, so Piel, habe der Unterzeichner einen Decknamen von SS-Arzt Josef Mengele benutzt. Piel betonte, dass solche Fälschungen das Vertrauen in behördliche Schreiben untergraben: "Deshalb habe ich auch Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei wegen Urkundenfälschung, Amtsanmaßung und Unterschriftenfälschung erstattet."

Titelfoto: Screenshot/Twitter/benjamin_piel/Roland Weihrauch/dpa

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