Tödliche Unfälle: Bäderschließungen könnten Kindern zum Verhängnis werden

Düsseldorf - Im Corona-Jahr 2020 mit Bäderschließungen oder strikt begrenzter Nutzung ist die Zahl der Badetoten in NRW deutlich auf 47 (Vorjahr 65) zurückgegangen.

Im Corona-Jahr 2020 gab es in Schwimmbädern keinen einzigen Todesfall. Der DLRG befürchtet aber, dass aufgrund der Schließungen noch weniger Kinder lernen, sicher zu schwimmen.
Im Corona-Jahr 2020 gab es in Schwimmbädern keinen einzigen Todesfall. Der DLRG befürchtet aber, dass aufgrund der Schließungen noch weniger Kinder lernen, sicher zu schwimmen.  © Jens Büttner/ZB/dpa

Allerdings legen die Zahlen nahe, dass viele Schwimmer von den eingeschränkt geöffneten öffentlichen Schwimmbädern auf nicht überwachte Freigewässer ausgewichen sind.

Dort - also in Flüssen, Teichen und Seen oder Kanälen - passierten sämtliche tödlichen Unfälle. Kein einziger Schwimmer ertrank 2020 in Nordrhein-Westfalen im Schwimmbad, wie die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft am Dienstag in Berlin mitteilte.

Wie im Vorjahr war die weit überwiegende Zahl der Badetoten (37 von 47) in Nordrhein-Westfalen männlich. Besondere Schwerpunkte gab es laut den Zahlen zu tödlichen Unfällen bei jüngeren Schwimmerinnen und Schwimmern zwischen 16 und 35 sowie bei Senioren zwischen 71 und 85. Eindeutiger Hauptgefahrenmonat war der August: Allein in diesem Monat ertranken NRW-weit 15 Menschen.

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Die DLRG-Fachleute warnen Jahr für Jahr vor allem vor dem Baden im Rhein: Starke Strömungen und viel Schiffsverkehr könnten dort lebensgefährlich sein.

Ein weiterer Gefahrenpunkt sind Baggerseen mit überraschenden kalten Unterströmungen.

DLRG-Chef befürchtet steigende Anzahl an Nicht-Schwimmer-Kindern

Angesichts der vielen Bäderschließungen befürchtet die DLRG, dass noch weniger Kinder lernen, sicher zu schwimmen. "Kinder haben heute nicht mehr überall und flächendeckend die Möglichkeit, schwimmen zu lernen", sagte DLRG-Präsident Achim Haag in Berlin.

"Viele Grundschulen haben Wege bis zum nächsten Schwimmbad, die mit keiner Unterrichtsplanung zu vereinbaren sind."

Titelfoto: John Walton/PA Wire/dpa

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