Trotz Rückgang: NRW-Kommunen bei Verschuldung deutschlandweit weit vorne dabei

Frankfurt - Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben einer Studie zufolge ihre Schulden im vergangenen Jahr etwas verringert.

Umgerechnet auf den einzelnen Einwohner standen Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen 2020 mit 2856 Euro in der Kreide. (Symbolfoto)
Umgerechnet auf den einzelnen Einwohner standen Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen 2020 mit 2856 Euro in der Kreide. (Symbolfoto)  © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Umgerechnet auf den einzelnen Einwohner standen Gemeinden und Kreise 2020 mit 2856 Euro in der Kreide, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Kommunalpanel der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht.

Das waren 1,1 Prozent weniger als 2019. Damit liege die Gesamtverschuldung aber deutlich über dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 1722 Euro je Einwohner. Höher als in NRW ist die Verschuldung nur in Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Die Entwicklung war bei den einzelnen Kreditarten unterschiedlich. Der Bestand an Kassenkrediten, mit denen die Kommunen kurzfristig ihre Zahlungsfähigkeit sichern, sank laut Studie um 3,8 Prozent.

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Pro Einwohner stehen die NRW-Kommunen mit 1124 Euro im Dispo. Die Kredite für Investitionen stiegen um 0,9 Prozent auf 1622 Euro je Einwohner.

Im Corona-Jahr 2020 verhinderte die Unterstützung von Bund und Ländern - insbesondere die Erstattung der Gewerbesteuerausfälle - den Angaben zufolge ein massives Haushaltsdefizit der Kommunen.

Risiko steigender Haushaltsdefizite

Da einige Krisenfolgen jedoch erst mit Verzögerung zum Tragen kommen, besteht der Studie zufolge das Risiko steigender Haushaltsdefizite und wachsender Schulden der Kommunen.

"Die ganzen Auswirkungen der Corona-Krise werden sich erst nach und nach in den kommunalen Haushalten zeigen", warnte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib (43).

Dann drohten gerade in finanzschwachen Kommunen wichtige öffentliche Investitionen und Leistungen der Daseinsvorsorge dem Rotstift zum Opfer zu fallen.

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

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