Unwetter-Katastrophe: So schwer hat es Autobahnen und Bahnstrecken wirklich getroffen

Köln/Düsseldorf - Hunderte Kilometer Bahnstrecke und Autobahnen sind durch die verheerende Unwetter-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beschädigt oder zerstört worden.

Ein Regionalzug am Donnerstag im Bahnhof Kordel in Rheinland-Pfalz. Der Starkregen hatte viele Bahnhöfe überflutet.
Ein Regionalzug am Donnerstag im Bahnhof Kordel in Rheinland-Pfalz. Der Starkregen hatte viele Bahnhöfe überflutet.  © Sebastian Schmitt/dpa

Ein grobes Ausmaß der Zerstörung lieferten die Deutsche Bahn und die Autobahn GmbH Rheinland am Dienstag in einem ersten Lagebild. Es handelt sich um eine vorläufige erste Bilanz.

Die Deutsche Bahn steht vor einer Mammutaufgabe.

"Gleise auf einer Länge von rund 600 Kilometern sind von den Unwetterfolgen betroffen", teilte das Unternehmen mit.

Besonders die Eifelstrecke, die Voreifel- und Erfttalbahn, die S-Bahn Rhein-Ruhr Linie 9 (Wuppertal-Essen-Steele) sowie die Strecke Hagen–Brügge und die Ruhr-Sieg-Strecke (Hagen–Plettenberg) wurden allesamt schwer getroffen.

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Eine Spur der Zerstörung herrscht im Ahrtal in Rheinland-Pfalz.

"Hier sind sieben Brücken und 24 Kilometer Strecke nicht mehr oder nur noch rudimentär vorhanden", so die erste Lage-Einschätzung der Deutschen Bahn. Insgesamt brauchen sieben Regionalstrecken eine Komplett-Sanierung oder sogar einen Neubau.

Ein Überblick über zerstörten oder beschädigten Strecken der Bahn in NRW und Rheinland-Pfalz.
Ein Überblick über zerstörten oder beschädigten Strecken der Bahn in NRW und Rheinland-Pfalz.  © Deutsche Bahn/presse

Deutsche Bahn steht vor Mammutaufgabe

Auf vielen Strecken der Deutschen Bahn wurden die Schienen unterspült.
Auf vielen Strecken der Deutschen Bahn wurden die Schienen unterspült.  © Deutsche Bahn/presse

"Nach wie vor räumen rund 2000 DB-Mitarbeitende dort, wo das Wasser abgeflossen ist, Gleise, Bahnhöfe und Anlagen von Geröll und Schlamm frei", berichtete ein Sprecher weiter.

Rund 80 Bahnhöfe und Stationen wurden durch das Unwetter beschädigt. Dazu gehören auch Wassereinbrüche in Aufzügen und unterspülte Bahnsteige.

Erste Reparaturen halfen, wichtigste Strecken wieder in Betrieb nehmen zu können.

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Im Nah- und Regionalverkehr wird es auf Wochen starke Einschränkungen geben. Viele S-Bahn- und Regionalbahnlinien fahren weiterhin nicht oder nur eingeschränkt.

"Ersatzweise fahren Busse, soweit die Straßen in den Krisenregionen noch intakt sind." Reisende sollten sich unbedingt vorab informieren.

Immerhin fährt der Fernverkehr der Deutschen Bahn wieder ohne Einschränkungen. Die Züge zwischen Köln, Wuppertal und Hagen als auch im Ruhrgebiet sind wieder unterwegs, hieß es.

Auch auf den Strecken Köln in Richtung Rhein-Main-Gebiet sowie zwischen Köln und Brüssel und in Richtung Amsterdam sind die Verbindungen intakt.

Autobahnen unterspült

Etliche Autobahnen wurden unterspült und sackten ab.
Etliche Autobahnen wurden unterspült und sackten ab.  © Alexander Franz

Auch die Autobahnen im Rheinland sind von der Unwetterkatastrophe dramatisch betroffen.

  • Auf der A61 zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim ist teilweise überhaupt keine Fahrbahn mehr vorhanden.

Der Wiederaufbau werde lange dauern, ein Zeitplan konnte noch nicht genannt werden, so die zuständige Autobahn GmbH Rheinland am Dienstag.

  • Die A1 ist zwischen der Anschlussstelle Hürth und dem Autobahndreieck Erfttal gesperrt. Die Fahrbahn wurde unterspült.
  • Das Autobahndreieck Erfttal (A1/A61) ist seit Freitagmittag gesperrt. Hier sackte der Seitenstreifen und die Lärmschutzwand ab.
  • Die A61 in Fahrtrichtung Köln musste zwischen dem Autobahnkreuz Meckenheim und der Anschlussstelle Rheinbach vollgesperrt werden.
  • Die A61 ist auch im Bereich A61 zwischen den Autobahnkreuzen Bliesheim und Meckenheim vollgesperrt. Die Sperrung wurde bis Kerpen ausgeweitet.

Frei ist hingegen die A1 zwischen Wermelskirchen und dem Autobahnkreuz Leverkusen. Viele Bereiche der Autobahnen müssen mit Bohrungen auf Unterspülungen überprüft werden, bevor sie freigeben werden können.

Eine tagesaktuelle Verkehrsübersicht finden Autofahrer unter verkehr.nrw.

NRW-Verkehrsminister verspricht Geld für Wiederaufbau

Für Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst (46, CDU) versprach eine eilige Reparatur der Autobahnen und Schienen.

"Am Geld wird es nicht mangeln, aber die Umsetzungsgeschwindigkeit ist jetzt das relevante", sagte Wüst am Morgen im WDR5 Morgenecho.

Titelfoto: Alexander Franz

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