Verwirrende Corona-Regeln: Das gilt aktuell in Köln und NRW

Düsseldorf – Mit steigenden Infektionswerten in zahlreichen Städten und Kreisen in NRW ist auch die Zahl der Maßnahmen zur Corona-Eindämmung gewachsen. Viele kritisieren die aktuellen Regeln als zu unübersichtlich.

Bei zahlreichen neuen Corona-Maßnahmen in NRW kommt schnell Verwirrung auf. (Symbolbild)
Bei zahlreichen neuen Corona-Maßnahmen in NRW kommt schnell Verwirrung auf. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Im Folgenden werden die wichtigsten Fragen zum aktuellen Corona-Stand in NRW beantwortet:

  • Wie viele Regionen und Personen sind betroffen?

Am Montag lebten schon rund 5,4 Millionen Menschen in NRW in einem der Risikogebiete im Land. Bei knapp 18 Millionen Einwohnern in NRW war das nahezu jeder Dritte.

In neun Städten – darunter Köln und Essen, am Abend kam noch Düsseldorf hinzu – sowie in zwei Kreisen wurde laut Robert Koch-Institut die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten.

Zusätzlich meldete die Städteregion Aachen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 51 Neuinfektionen.

  • Warum darf ein Kölner nicht nach Mainz reisen, ein Mainzer aber Urlaub in Köln machen?

Beide Städte sind Risikogebiete. Nicht nur NRW-Regierungschef Armin Laschet (59, CDU) findet den Zustand absurd und will das zum Thema der Ministerpräsidenten-Runde am Mittwoch machen.

Hintergrund: Die Bundesländer können im Kampf gegen die Pandemie weitgehend in eigener Verantwortung über Einschränkungen entscheiden.

Eine Mehrheit der Bundesländer (z.B. Rheinland-Pfalz) hat ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen beschlossen - es sei denn, sie können einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen. NRW ist diesen Schritt aber nicht gegangen. Hier darf noch jeder einreisen.

Corona-Tests für Reisende und Pendler

Reisende aus inländischen Risikogebieten müssen ihren Corona-Test bislang noch selbst bezahlen. (Symbolbild)
Reisende aus inländischen Risikogebieten müssen ihren Corona-Test bislang noch selbst bezahlen. (Symbolbild)  © Marius Becker/dpa
  • Wer bezahlt den Corona-Test?

Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe müssen Reisende aus inländischen Risikogebieten den Nachweis derzeit noch aus eigener Tasche zahlen.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (63, CDU) hatte angekündigt, dass diese Tests kostenfrei sein sollen. Noch nicht geklärt ist aber nach Angaben einer KV-Sprecherin, wann diese Regelung in Kraft treten wird.

  • Gilt die Testpflicht auch für Pendler?

Wenn jemand Job-bedingt von Köln nach Mainz pendelt, muss er keinen Negativ-Test vorlegen.

Der Kölner Pendler darf sich also in Mainz im Büro oder Betrieb aufhalten, mit dem Bus fahren, zu Mittag essen oder einkaufen. Aber Urlaub machen darf er nicht.

Partys sind nur bedingt erlaubt

In Köln herrschen strenge Regeln für den Konsum und Verkauf von Alkohol. (Symbolbild)
In Köln herrschen strenge Regeln für den Konsum und Verkauf von Alkohol. (Symbolbild)  © Tobias Hase/dpa
  • Was ist mit privaten Feiern?

Diese hatten sich oftmals als punktuelle Hotspots erwiesen. Damit die Einschränkungen nicht zu unübersichtlich werden, will Laschet möglichst landeseinheitliche Regeln als Vorgabe.

Bald sollen etwa Hochzeiten, Taufen oder Geburtstage außer Haus nur noch mit maximal 50 Personen erlaubt sein. Der genaue Start-Zeitpunkt dafür wurde aber noch nicht mitgeteilt.

In Kommunen, die den kritischen Ü-50-Wert überschreiten, dürfen im öffentlichen Raum schon jetzt nur noch maximal 25 Gäste mitfeiern.

In der größten NRW-Stadt Köln gilt ab 22 Uhr ein Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Raum. Und an den Wochenenden – von Freitag ab 20 Uhr bis Montag um 6 Uhr darf an Hotspots kein Alkohol verkauft werden.

Sperrstunden-Regelungen wie etwa in Berlin oder Bremen wurden aus NRW-Kommunen bisher nicht gemeldet. Ob das Land eine solche Einschränkung für sinnvoll hält, wurde aus dem Gesundheitsministerium zunächst nicht beantwortet.

Laschet hatte am Sonntag weitere Einschränkungen bei den Öffnungszeiten in Gastronomie und Restaurants angekündigt, ohne konkret zu werden.

Bei Verstößen drohen saftige Geldstrafen

  • Was sind die Strafen?

Wer etwa im Supermarkt keine Maske trägt, muss ein Bußgeld von 50 Euro zahlen. Im öffentlichen Nahverkehr sind weiterhin 150 Euro fällig – ohne zusätzliche Aufforderung.

Im Restaurant kostet es Gäste 250 Euro, wenn sie einen falschen Namen angeben. Wirte müssen die Angaben auf Plausibilität überprüfen, werden aber nicht bestraft.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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