Vor-Ort-Besuch: Laschet "grillt" Tönnies wegen Corona-Ausbruch

Düsseldorf/Gütersloh - Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies mit bislang mehr als 1000 Infizierten will sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag vor Ort ein Bild von der Lage machen.

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz zum Corona-Massenausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz zum Corona-Massenausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies.  © Marcel Kusch/dpa

Der Regierungschef fahre mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Morgen nach Gütersloh in Ostwestfalen, teilte die Staatskanzlei in Düsseldorf mit. 

Dort wollten die Politiker unter anderem den Krisenstab des Kreises treffen und mit eingesetzten Kräften vor Ort sprechen.

Außerdem tritt am Sonntag das Landeskabinett in Düsseldorf zu einer Sondersitzung zusammen. Laschet wird dem Vernehmen nach per Video zugeschaltet. 

Der CDU-Regierungschef will nach Angaben der Staatskanzlei um 14.30 Uhr im Kreishaus Gütersloh ein Statement vor der Presse abgeben.

Laschet hatte wegen des massiven Corona-Ausbruchs einen regionalen Lockdown ausdrücklich nicht ausgeschlossen. 

Update, 15.19 Uhr: Laschet nimmt Tönnies in die Pflicht

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies nimmt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Unternehmer Clemens Tönnies in die Pflicht. "Wir werden auch Herrn Tönnies beim Wort nehmen, dass er gesagt hat, es kann keinen Zustand geben wie zuvor. Wir brauchen neue Regeln, neue Bedingungen – und das ist auch das, was wir vom Unternehmen erwarten", sagte Laschet (CDU) am Sonntag in Gütersloh.

Zu einer Aussage von Clemens Tönnies, das Unternehmen habe aus datenschutzrechtlichen Gründen den Behörden nicht die Wohnadressen aller Mitarbeiter nennen können, sagte Laschet: "Wir müssen einen Zustand herstellen - gerade als Lehre aus der Pandemie -, dass zu jeder Zeit feststellbar ist: welcher Mitarbeiter arbeitet im Unternehmen und wo wohnt er", sagte Laschet. 

In dieser Frage gebe es im Moment verschiedene Rechtsauffassungen. Gegebenenfalls müssten Gesetze entsprechend geändert werden.

Die Bundeswehr im Einsatz bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.
Die Bundeswehr im Einsatz bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.  © Deeke/Bundeswehr/dpa

Corona-Tests bei 6500 Mitarbeitern

Die Reihentestungen der insgesamt 6500 Mitarbeiter auf dem Werksgelände der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sollten am Sonntag fortgesetzt werden.

Bis Samstagmittag lagen gut 3100 Befunde vor. Bei 1029 Beschäftigen wurde das Coronavirus nachgewiesen.

Titelfoto: Deeke/Bundeswehr/dpa / Marcel Kusch/dpa

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