Wegen Corona-Maßnahmen: Lehrer werden öfter beleidigt oder bedroht

Dortmund - Lehrkräfte und Schulleitungen sind laut einer Umfrage wegen ständiger Änderungen und zahlreicher Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie nicht selten mit Angriffen konfrontiert.

Laut einer Umfrage sind Lehrkräfte in NRW wegen ständiger Änderungen und zahlreicher Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie häufig mit Angriffen konfrontiert. (Archivbild)
Laut einer Umfrage sind Lehrkräfte in NRW wegen ständiger Änderungen und zahlreicher Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie häufig mit Angriffen konfrontiert. (Archivbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Etwa jeder fünften Lehrkraft - 21 Prozent - in Nordrhein-Westfalen seien Beschimpfungen, Belästigungen, Bedrohungen oder Diffamierungen von Beschäftigten an der eigenen Schule bekannt geworden.

Rund 7 Prozent der befragten Pädagogen gaben an, selbst in einem direkten Kontakt Ziel einer solchen Form von psychischer Gewalt gewesen zu sein. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE).

Bundesweit waren 1501 Lehrerinnen und Lehrer befragt worden, darunter 329 in NRW.

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Gefragt nach psychischer Gewalt über das Internet, gaben 25 Prozent an, dass diese an ihrer Schule aufgetreten seien. Und 5 Prozent waren selbst Ziel derartiger Attacken via Internet.

Die NRW-Befunde weichen laut VBE kaum von den bundesweiten ab. Als Urheber der Angriffe nannten die Befragten überwiegend Eltern.

Schulleitungen haben den Angaben zufolge dabei etwa Briefe - in vielen Fällen Musterschreiben aus dem Internet - erhalten, in denen mit rechtlichen Konsequenzen gedroht werde. Es seien Plakate oder Schmierereien mit Aufschriften wie "Ihre Tage sind gezählt" an Schulgebäuden gemeldet worden.

Von sogar körperlicher Gewalt - etwa Tritte oder Stöße - berichteten drei Prozent der Befragten. Schulpersonal dürfe nicht zum Blitzableiter für angestauten Ärger werden, mahnte der Verband. Die Lage für die Schulen sei schwierig. Jede vierte Lehrkraft in NRW sehe fehlende Planbarkeit und einen ständigen, kurzfristigen Politikwechsel als das derzeit größte Problem an.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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