Weltfrauentag: Gleichberechtigung in vielen NRW-Chefetagen noch ein Fremdwort

Düsseldorf – Frauen sind in den Chefetagen in Ministerien und obersten Behörden Nordrhein-Westfalens immer noch unterrepräsentiert.

In NRW-Ministerien und obersten Behörden sind Frauen in den Chefetagen weiterhin unterrepräsentiert. (Symbolbild)
In NRW-Ministerien und obersten Behörden sind Frauen in den Chefetagen weiterhin unterrepräsentiert. (Symbolbild)  © Uwe Anspach/dpa

Zwar ist der Frauenanteil auf allen Leitungsebenen des Landesdienstes in den vergangenen Jahren gestiegen. Aber in den beiden obersten Führungsetagen gibt es nur etwa ein Viertel Frauen. Das geht aus dem ersten Gleichstellungsatlas für NRW hervor, den die zuständige Ministerin Ina Scharrenbach (44, CDU) am Montag vorstellte.

Die Daten der Erhebung reichen nur bis zum Jahr 2017, so dass die Entwicklung unter der CDU/FDP-Landesregierung noch nicht erfasst wurde.

Bis 2025 müssten die Führungspositionen in der Landesverwaltung paritätisch mit Frauen und Männern besetzt sein, sagte Scharrenbach.

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Überraschend ist laut Scharrenbach, dass Spitzenpositionen der Besoldung bei Richtern zu drei Vierteln mit Frauen besetzt seien. Außerdem waren 2017 über alle Schulformen hinweg fast zwei von drei Leitungen weiblich (64 Prozent).

Allerdings leiten Frauen laut Scharrenbach fast ausschließlich Grundschulen, während an weiterführenden Schulen Männer die Führungspositionen dominierten. Bei der Polizei in NRW sind nur 20 Prozent der Führungskräfte Frauen.

NRW-Ministerin fordert "neue Normalität" in Führungspositionen

In der Ausbildung fänden Frauen weiter seltener den Weg in technische Berufe als Männer, sagte die Ministerin. "Fachinformatik zum Beispiel ist doch ein superspannender Beruf." Auch Frauen müssten IT-Berufe ergreifen. "Digitalisierung darf kein Rückschritt bei der Verwirklichung von Gleichberechtigung sein."

Zukunftsberufe würden aber offenbar eher von Männern angenommen als von Frauen. Auch im Handwerk müssten mehr junge Frauen gewonnen werden - besonders auch bei Unternehmensnachfolgen.

In Führungspositionen und Aufsichtsratsgremien müsse es eine "neue Normalität" geben, sagte Scharrenbach. Die Hälfte der Posten müssten künftig mit Frauen besetzt sein. Das gelte auch für die nächste NRW-Landesregierung. Derzeit amtieren in der schwarz-gelben Landesregierung acht Minister und vier Ministerinnen.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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