Viel Schnee und Eisregen: Wintereinbruch trifft NRW heftig!

Düsseldorf/NRW - Dichter Schneefall und Glätte haben am Wochenende den Verkehr in Nordrhein-Westfalen teilweise lahmgelegt.

Auf der A57 bei Krefeld ereignete sich am Samstagabend ein Verkehrsunfall aufgrund der Glätte.
Auf der A57 bei Krefeld ereignete sich am Samstagabend ein Verkehrsunfall aufgrund der Glätte.  © Patrick Schüller

Seit Samstagnachmittag sei es zu bislang 222 Unfällen aufgrund des Wetters gekommen, sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei am frühen Sonntagmorgen.

Dabei seien zwei Menschen schwer und 26 leicht verletzt worden. Der Sachschaden belaufe sich auf etwa eine Million Euro. Der WDR hatte zuvor berichtet.

In Münster wurde wegen der starken Schneefälle ein Fahrverbot für Lastwagen ausgesprochen. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei am Sonntagmorgen. Außerdem wurde der gesamte Busverkehr vorerst eingestellt.

Die Winterdienste waren in Nordrhein-Westfalen auf einen der größten Einsätze seit Jahren eingestellt.

Behörden hatten appelliert, dass Autofahrer, wenn überhaupt nötig, nur mit vollem Tank, Winterreifen und Decken zum Wärmen loszufahren sollten.

Vorsichtig fahren! Polizei appelliert an Autofahrer und Fußgänger in NRW

Ein Räumfahrzeug fährt über eine Straße.
Ein Räumfahrzeug fährt über eine Straße.  © Lino Mirgeler/dpa

Trotz des Dauereinsatzes der Räumdienste appelliert die Polizei in Nordrhein-Westfalen am winterlichen Sonntagmorgen an die Vernunft der Autofahrer. "Bitte verzichten Sie auf unnötige Fahrten, bleiben Sie zuhause!", schrieb die Polizei Borken bei Twitter.

Die Kollegen aus Unna dachten besonders an die Fußgänger: "Gehen Sie bitte sehr vorsichtig, wenn Sie vor die Haustür müssen." Einen ganz praktischen Tipp für einen entspannten Winter-Sonntag gab die Polizei Bochum: "Wir hoffen, Sie machen es sich heute auf dem Sofa gemütlich." Dann passiert auch auf den glatten Straßen nichts.

Die Lage auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen war trotz des heftigen Wintereinbruchs weitgehend entspannt, die Räumdienste waren im Dauereinsatz.

Es sei aber auch Glück, dass der Wintereinbruch an einem Sonntagmorgen passiert sei, sagte eine Polizeisprecherin in Bielefeld.

"Wir haben Glück, dass heute kein Werktag ist. Aber wer vernünftig fährt und keine Sommerreifen drauf hat, der kommt durch."

In einem Streifen vom Münsterland bis nach Sachsen-Anhalt meldete der DWD am Sonntagmorgen starke Schneeverwehungen sowie Schneefälle und Schneeverwehungen von Nordrhein-Westfalen bis nach Sachsen.

Wegen des heftigen Wintereinbruchs hat die Stadt Münster indes ihren Busverkehr am Sonntagmorgen komplett eingestellt. "Schnee und glatte Straßen machen eine sichere Fahrt unmöglich", teilten die Stadtwerke am Sonntagmorgen mit.

Die Entscheidung gelte "bis auf Weiteres" - man werde die Wetterlage genau beobachten.

In Münster waren in der Nacht zum Sonntag innerhalb kurzer Zeit 20 bis 30 Zentimeter Schnee gefallen.

Eiskalte Winternächte sind für Obdachlose besonders gefährlich

Obachlose in einem notdürftigen Straßenlager.
Obachlose in einem notdürftigen Straßenlager.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

In der eiskalten Winternacht haben die Einsatzkräfte in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Obdachlose angesprochen und in warme Unterkünfte gebracht.

Bei ihren Streifengängen hätten die Kollegen besonders auf Menschen geachtet, die die Nacht trotz des heftigen Wintereinbruchs im Freien verbracht hätten, teilte die Polizei Hagen am Sonntagmorgen mit.

Sie seien dann geweckt worden und hätten Hilfe angeboten bekommen.

Die Polizei Unna appellierte auch an die Bevölkerung.

Wer bei den aktuellen Witterungsverhältnissen hilfsbedürftige Menschen sehe, solle die Einsatzkräfte über die Notrufnummern 112 oder 110 informieren.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte am Samstagabend bereits auf die gefährliche Situation von Obdachlosen hingewiesen.

"Uns stehen einige Tage mit teils strengem Frost bevor. Für wohnungslose KölnerInnen kann es lebensgefährlich werden", schrieb die parteilose Rathauschefin der Millionenstadt am Samstagabend bei Twitter.

In Köln müsse kein Mensch auf der Straße schlafen. "Jede/jeder Betroffene erhält die Möglichkeit, die Nacht in einer Notunterkunft zu verbringen." Reker appellierte an Passanten, die Wohnungslose draußen im Freien bemerken, die Stadt zu informieren.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet Anfang der Woche mit frostigen Nächten mit Tiefstwerten selbst im Rheinland bis minus 9 Grad.

Update, 8.56 Uhr: Heftige Schneeverwehungen in Teilen von NRW

Bielefeld: Einzapfen hängen am frühen Morgen an einer liegen gebliebenen Straßenbahn, nachdem es kräftig geschneit hat.
Bielefeld: Einzapfen hängen am frühen Morgen an einer liegen gebliebenen Straßenbahn, nachdem es kräftig geschneit hat.  © Marcel Kusch/dpa

Heftige Schneeverwehungen sorgen in Teilen Nordrhein-Westfalens zunehmend für Probleme auf den Autobahnen.

Einige Strecken waren gesperrt, anderswo ging es nur im Schneckentempo voran. Auf den Autobahnen in den Regierungsbezirken Münster und Detmold ordneten die Behörden ein Fahrverbot für Lastwagen ab 7,5 Tonnen an.

Es gelte vorerst bis 12.00 Uhr, sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei am Sonntagmorgen.

In Bielefeld sperrte die Polizei die Autobahn 2 am Bielefelder Berg. Weil starker Wind immer neuen Schnee auf die Fahrbahn wehte, kamen die Räumfahrzeuge nicht hinterher.

Der Deutsche Wetterdienst hatte im Vorfeld bereits gewarnt, dass vor allem Schneeverwehungen zu Problemen führen könnten. Ein starker Ostwind wehte den vielen Neuschnee aus der Nacht immer wieder auf die gerade geräumten Fahrbahnen.

Auch im Bielefelder Stadtgebiet waren zahlreiche Straßen nicht passierbar. Autos seien in tiefen Schneewehen steckengeblieben, berichtete ein dpa-Fotograf.

Auf vielen Autobahnen vor allem im Münsterland, in Ostwestfalen und im Ruhrgebiet kam es nach Angaben der Verkehrszentrale NRW zu Staus und Verzögerungen - Autos konnten vielerorts nur sehr langsam fahren. «Wo der Räumdienst war, türmt sich kurze Zeit später wieder der Schnee», berichtete eine dpa-Reporterin aus dem Kreis Minden-Lübbecke im äußersten Nord-Osten Nordrhein-Westfalens.

Die Winterdienste waren auf einen der größten Einsätze seit Jahren eingestellt. Behörden hatten appelliert, dass Autofahrer, wenn überhaupt nötig, nur mit vollem Tank, Winterreifen und Decken zum Wärmen loszufahren sollten.

Update, 10 Uhr: Bundesliga-Partie Bielefeld gegen Bremen auf der Kippe

Die Austragung der Partie in der Fußball-Bundesliga zwischen Arminia Bielefeld und Werder Bremen am Sonntagabend (18.00 Uhr) ist wegen des heftigen Wintereinbruchs gefährdet.

Dies berichtet der Sportbuzzer. Bei Temperaturen von minus sechs Grad und anhaltenden Schneefällen könnte die Partie am Vormittag abgesagt werden.

Auch die Autobahn A2 von Dortmund in Richtung Hannover ist zwischen Bielefeld-Süd und Bielefeld-Ost wegen des massiven Schneefalls am Sonntagmorgen zeitweise gesperrt worden.

Der Winterdienst war am Bielefelder Berg nicht mehr mit dem Räumen der Fahrbahn hinterhergekommen. Nach rund zwei Stunden wurde die Strecke wieder für den Verkehr freigegeben.

"Der Verkehr auf den Autobahnen läuft wegen des Schneechaos in weiten Teilen zähfließend", schrieb die Polizei bei Twitter.

Update, 12.12 Uhr: Wuppertaler Schwebebahn eingefroren

Die eingefrorene Wuppertaler Schwebebahn.
Die eingefrorene Wuppertaler Schwebebahn.  © Christoph Petersen

Einsatzkräfte der Feuerwehr haben sechs Menschen aus Wagen der Schwebebahn in Wuppertal befreit.

Die Bahn konnte wegen des eisigen Wetters nicht mehr fahren und sei stehen geblieben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntag.

Der kräftige Eisregen und starke Frost habe die Bahn zum Stillstand gebracht.

Die Fahrgäste wurden mit Drehleitern aus luftiger Höhe befreit.

Zahlreiche Feuerwehrleute halfen bei der Rettung.

Alle sechs Menschen seien unverletzt.

Update, 12.29 Uhr: Räumfahrzeuge in Münster steckten fest

In Münster hat es am Sonntag so stark geschneit, dass Räumfahrzeuge stecken geblieben sind. Drei Großfahrzeuge mit Schilden hätten von Traktoren freigeschleppt werden müssen, sagte Manuela Feldkamp von den Abfallwirtschaftsbetrieben Münster (AWM) der dpa. Auch mehrere Radewege-Räumgeräte hätten sich zeitweise festgefahren. Mittlerweile seien in Münster 40 Zentimeter Schnee gefallen. Es gebe massive Schneeverwehungen. "Da kann es passieren, dass auch die großen Fahrzeuge stecken bleiben."

Insgesamt seien 43 Räumfahrzeuge im Einsatz, darunter 18 speziell für Radwege. "Wir haben alles auf den Straßen, was geht."

Gearbeitet werde im Drei-Schicht-System. Vor allem bemühe man sich, die Hauptverkehrsstraßen frei zu halten.

"Es schneit aber immer wieder nach. Es ist ein Stück weit ein Kampf gegen Windmühlen." Begonnen hätten die Schneefälle am Samstagnachmittag.

Update, 12.51 Uhr: Bundesliga-Spiel Bielefeld gegen Bremen abgesagt

Das Heimspiel von Arminia Bielefeld gegen Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga am Sonntagabend ist wegen des massiven Wintereinbruchs abgesagt worden.

Der verschneite Platz in der Arena sei nicht bespielbar, teilte die Deutsche Fußball Liga mit.

Update, 12.56 Uhr: Zirkuszelt in Hagen unter Schnee eingekracht

Das Zirkuszelt in Hagen brach unter der Schneelast zusammen.
Das Zirkuszelt in Hagen brach unter der Schneelast zusammen.  © Alex Talash/dpa

Nach dem Zusammensturz eines Zirkuszeltes in Nordrhein-Westfalen wegen großer Schneemassen sind 13 Tiere gerettet worden.

Die sieben Pferde, zwei Kamele, zwei Ziegen sowie zwei Lamas, die sich in dem Zelt befanden, blieben unverletzt, wie ein Sprecher der Polizei in der Stadt Hagen sagte.

Sie konnten befreit werden. Es waren nach Angaben der Polizei keine Menschen unter dem Zelt. Das Zelt hatte den Schneemassen nicht standgehalten und war zusammengestürzt.

Die Feuerwehr hat es den Angaben zufolge inzwischen von dem Schnee befreit.

Update, 16.22 Uhr: Regionalverkehr der Bahn in Westfalen steht still

Wegen des Schnee-Unwetters hat die Deutsche Bahn ihren Nahverkehr in Westfalen bis auf wenige Ausnahmen eingestellt. Wie die Deutsche Bahn am Sonntag mitteilte, fallen bis auf weiteres witterungsbedingt folgende Linien aus: RE2, RE17, RE18, RE42 sowie zahlreiche Regionalbahn- und S-Bahn-Linien.

Hinzu kamen Oberleitungsstörungen auf den Strecken zwischen Duisburg und Krefeld, Hagen und Wuppertal, Witten und Hagen sowie Duisburg und Essen. In den betroffenen Streckenabschnitten seien derzeit keine Zugfahrten möglich. Es komme zu Verspätungen und Teilausfällen. "Bisher haben wir leider keine Informationen zur Dauer der Störung", hieß es weiter.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

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