Neues Zwischenlager für Atomabfälle mitten in Deutschland geplant

Würgassen - Auf dem Gelände des früheren AKW Würgassen südlich von Höxter in Nordrhein-Westfalen soll Planungen zufolge ein zentrales Lager für radioaktive Abfälle aus ganz Deutschland entstehen.

Außenaufnahme vom ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen im östlichen Nordrhein-Westfalen. Hier soll ein neues Zwischenlager für Atommüll entstehen.
Außenaufnahme vom ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen im östlichen Nordrhein-Westfalen. Hier soll ein neues Zwischenlager für Atommüll entstehen.  © Swen Pförtner/dpa

Behälter mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dezentralen Zwischenlagern sollten in eine noch zu bauende oberirdische Stahlbetonhalle gebracht werden. 

Das berichtete die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) am Freitag in Würgassen - im Länderdreieck von NRW, Niedersachsen und Hessen. 

Die Planung sei mit dem Bundeswirtschaftministerium abgesprochen.

In dem angestrebten "Logistikzentrum" würden die Abfälle gesammelt, sortiert und so zusammengestellt, dass man sie schnellstmöglich ins Endlager Konrad nach Salzgitter bringen könne, erläuterte die BGZ. 

Der Schacht Konrad ist Deutschlands erstes atomrechtlich genehmigte Endlager, das derzeit unter besonderen Bedingungen entsteht. 

Dort soll ab 2027 schwach- und mittelradioaktiver Atommüll endgelagert werden. 

Seit Jahren wird gegen Atomtransporte demonstriert, auch das Vorhaben in Salzgitter wird von Protesten begleitet. Die Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt" kritisierte das neue Vorhaben massiv.

Update, 17.36 Uhr: Protest gegen geplantes Zwischenlager

Das geplante zentrale Lager für radioaktive Abfälle aus ganz Deutschland auf dem Gelände des früheren AKW Würgassen hat Proteste ausgelöst. 

Ein solches Bereitstellungslager für das Endlager Schacht Konrad im niedersächsischen Salzgitter "zementiert einen Irrweg", kritisierte die Umweltorganisation BUND. Schacht Konrad "entspricht nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik und würde heute nicht mehr genehmigt werden", betonte BUND-Chef Olaf Bandt.

Der Standort ist ein ehemaliges Kernkraftwerk.
Der Standort ist ein ehemaliges Kernkraftwerk.  © Swen Pförtner/dpa
Mit solchen gelb angemalten Fässern demonstrierten Menschen in der Vergangenheit gegen Atommüll-Lager.
Mit solchen gelb angemalten Fässern demonstrierten Menschen in der Vergangenheit gegen Atommüll-Lager.  © Sebastian Kahnert/dpa

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