Bundeswehr verzichtet auf Sprengungen in der Ostsee

Kiel – Die Bundeswehr will bis auf Weiteres keine Sprengversuche an einer ausgemusterten Fregatte in der Ostsee vor Damp vornehmen. 

Munition aus dem Zweiten Weltkrieg wird in der Ostsee gesprengt. (Archivbild)
Munition aus dem Zweiten Weltkrieg wird in der Ostsee gesprengt. (Archivbild)  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Dies bestätigten Sprecher des Bundeswehr-Ausrüstungsamtes (BAAINBw) und des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums am Montag der Deutschen Presse-Agentur. 

Zunächst hatte das "Flensburger Tageblatt" berichtet. "Es freut mich sehr, dass die Bundeswehr nach unserem intensiven Drängen und starken naturschutzfachlichen Bedenken auf die Sprengungen verzichte", sagte Ressortchef Jan Philipp Albrecht (Grüne). 

"Wir haben immer darauf hingewiesen, wie stark insbesondere Schweinswale unter den Sprengungen leiden und dass dies unbedingt auszuschließen ist."

Ein Sprecher des Bundeswehramtes führte im "Flensburger Tageblatt" Naturschutzgründe für den Verzicht auf die seit Jahren geplanten Sprengversuche an. 

"Da der Naturschutz für die Bundeswehr eine große Rolle spielt, wurde entschieden, vorerst keine Sprengungen in der Ostsee durchzuführen", sagte er der Zeitung. "Eine Neubewertung erfolgt erst, wenn sichergestellt ist, dass alle Vorkehrungen des Naturschutzes greifen."

Große Gefahr für Schweinswale

Die Bundeswehr wollte nordöstlich von Eckernförde in ihrem Ostsee-Sperrgebiet zwischen Damp und Port Olpenitz vor Schönhagen erproben, wie sich Sprengungen im Umfeld auf eine Fregatte sowie Beschuss aus der Luft auswirken. 

Dazu sollte die außer Dienst gestellte Fregatte "Karlsruhe" dienen. Umweltschützer begründeten ihren Widerstand mit zu erwartenden negativen Auswirkungen auf Schweinswale, auf die Laichgebiete von Dorschen und auf eine große Uferschwalbenkolonie an der Ostseeküste.

"Es wäre gut, wenn die Bundeswehr sich im Sinne des Naturschutzes zukünftig für Alternativen zu Sprengungen öffnet", sagte Umweltminister Albrecht.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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