Lebensgefährlicher Stoff an der Ostsee entdeckt: Kampfmittelräumdienst warnt

Heikendorf - Alarm an der Ostsee! Am Sonntag hat sich ein Phosphorklumpen am Strand der Gemeinde Heikendorf (Schleswig-Holstein) selbst entzündet. Der Kampfmittelräumdienst rückte an.

Am Strand der Gemeinde Heikendorf hat sich am Sonntag ein Phosphorklumpen selbst an der Luft entzündet. (Symbolfoto)  © Julian Stratenschulte/dpa

Wie das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein am Dienstag mitteilte, waren die Einsatzkräfte gegen 16.45 Uhr zu einem Steg der Seebadeanstalt Heikendorf alarmiert worden.

Ein Phosphorklumpen von der Größe eines Tennisballs, der vermutlich von einer Möwe aus dem Wasser gefischt und auf den Steg fallen gelassen worden war, hatte sich selbst an der Luft entzündet.

Um das Feuer zu löschen, wurde der Klumpen bis zum Eintreffen der Experten wieder ins Wasser geworfen. Durch den Kampfmittelräumdienst wurde er später fachgerecht abtransportiert. Verletzte gab es nicht.

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Aus aktuellem Anlass warnen die Experten vor den Gefahren durch angeschwemmten weißen Phosphor. Bei den Funden handelt es sich meist um Überreste von Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg.

Das Tückische an weißem Phosphor ist seine chemische Eigenschaft: Sobald der Stoff trocknet, entzündet er sich bei Kontakt mit Sauerstoff und bei einer Temperatur zwischen 20 und 40 Grad Celsius von selbst. Er lässt sich kaum löschen und verursacht schwere Verbrennungen auf der Haut. Auch die Dämpfe sind extrem toxisch.

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Kampfmittelräumdienst gibt Tipps für Umgang mit weißem Phosphor

Der Kampfmittelräumdienst rückte an und warnte anschließend vor den Gefahren von angeschwemmtem weißen Phosphor. (Symbolfoto)  © Philipp Schulze/dpa

Der Kampfmittelräumdienst bittet daher um die Beachtung folgender Sicherheitsmaßnahmen:

  • Sammelbehälter nutzen: Sammelt vermeintliche Bernsteine niemals direkt in der Hosen- oder Jackentasche. Nutzt stattdessen immer ein feuchtes Gefäß (z. B. ein leeres Marmeladenglas oder eine Blechdose mit Wasser) oder einen Beutel, den man notfalls auch fallen lassen kann.
  • Verdachtsfälle nicht anfassen: Sieht ein Fundstück untypisch aus, verfärbt es sich beim Trocknen dunkel oder beginnt es gar zu rauchen, fasst es auf keinen Fall an.
  • Abstand halten und sichern: Lasst den Fundort nicht aus den Augen, haltet Abstand und warnt andere Strandgäste.
  • Notruf wählen: Meldet den Fund unverzüglich über die Notrufnummer 110 (Polizei) oder 112 (Feuerwehr). Der Kampfmittelräumdienst wird daraufhin zur fachgerechten Entsorgung angefordert.

Brennender Phosphor kann nur mit Sand oder besonderen Feuerlöschern gelöscht werden. Besser ist es, Abstand zu halten, die Menge kontrolliert abbrennen zu lassen und dann zu lüften. Nach jedem Kontakt mit weißem Phosphor sollte ein Arzt aufgesucht werden, da die Wirkung der Vergiftung oft erst Tage nach dem Ereignis auftritt.

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