Nach Baustart am Fehmarnbelttunnel: Stadt Fehmarn scheitert vor Gericht

Schleswig - Im Streit über das Rettungs- und Notfallkonzept für den geplanten Tunnel unter der Ostsee hat die Stadt Fehmarn eine Niederlage vor Gericht erlitten.

Auch auf der dänischen Seite haben erste Bauarbeiten am Fehmarnbelttunnel bereits begonnen.
Auch auf der dänischen Seite haben erste Bauarbeiten am Fehmarnbelttunnel bereits begonnen.  © Markus Scholz/dpa

Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht (OVG) wies laut Mitteilung vom Donnerstag eine Beschwerde Fehmarns zurück.

Die Stadt hatte einen Eilantrag gegen den Baustart der festen Fehmarnbeltquerung gestellt, weil sie das Konzept für die Tunnelsicherheit und dessen Finanzierung für nicht ausreichend hielt. Sie habe allerdings keine Rechtsgrundlage für ihren geforderten Anspruch, entschied das Gericht.

Hintergrund ist demnach, dass die Stadt Fehmarn mit ihrer Freiwilligen Feuerwehr per Gesetz für den Brandschutz in dem Tunnel zwischen Puttgarden und Rødby zuständig ist. Das entsprechende Konzept liege seit März 2021 vor und sei auch mit dem Land und der Feuerwehr abgestimmt worden.

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Damit die Stadt die Brandschutz-Aufgaben gut erledigen könne, müsse sie selbst für eine entsprechende Ausstattung sorgen, sagte eine Gerichtssprecherin. Das Geld dafür kommt vom Land.

Die Stadt hatte ihren Eilantrag nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zum Planfeststellungsbeschluss eingereicht und sich auf darin enthaltene Ergänzungen einer Auflage zur Tunnelsicherheit bezogen.

Das Bau-Projekt soll 2029 abgeschlossen sein

Die Visualisierung zeigt den geplanten Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark mit dem Tunneleingang auf dänischer Seite bei Rodbyhavn.
Die Visualisierung zeigt den geplanten Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark mit dem Tunneleingang auf dänischer Seite bei Rodbyhavn.  © ICONO A/S/Femern A/S/dpa

Das OVG stellte nun klar, dass die Stadt keinen Anspruch darauf hat, dass das zuständige Landesverkehrsministerium in der Sache erneut tätig wird. "Das OVG hat bestätigt, dass das Land alles Erforderliche geregelt hat", sagte die Sprecherin. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Der etwa 18 Kilometer lange Straßen- und Eisenbahntunnel soll voraussichtlich von 2029 an die Insel Fehmarn und die dänische Insel Lolland verbinden. Der Absenktunnel soll die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen von bislang fünf auf unter drei Stunden verkürzen.

Absenktunnel bestehen aus vorgefertigten Betonteilen, die in einen Graben auf dem Meeresgrund abgesenkt werden.

Titelfoto: ICONO A/S/Femern A/S/dpa

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