Plastik am Ostseestrand: So groß ist das Müll-Problem wirklich

Rostock - Ob Zigarettenkippen, Schnüre, Plastikfetzen oder Tüten – am Meeresufer liegt vieles, was dort nicht hingehört.

Ab und an gibt es Aktionen an der Ostsee, bei denen Freiwillige Müll am Strand sammeln. (Archivbild)
Ab und an gibt es Aktionen an der Ostsee, bei denen Freiwillige Müll am Strand sammeln. (Archivbild)  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Im Durchschnitt werden auf 100 Meter Ostseestrand in Mecklenburg-Vorpommern 63 sichtbare Abfälle gefunden. "Etwa 80 Prozent der Müllfunde bestehen aus Kunststoff", sagte die Direktorin des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG), Ute Hennings, am Dienstag zur Vorstellung der neuen Broschüre "Weniger Müll – mehr Strand".

Die Daten stammen aus dem Strandmüll-Spülsaummonitoring, das seit 2013 an mehr als 20 Strandabschnitten der 377 Kilometer langen Nordost-Außenküste fest etabliert ist. Das LUNG prüft, bewertet und dokumentiert die Ergebnisse.

Strandmüll stammt der Analyse zufolge schätzungsweise zu 27 Prozent aus "seebasierten Quellen", also etwa von Schiffen. Zu 73 Prozent ist der Müll am Strand aber landseitig verursacht.

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Platz eins belegt dabei mit 44 Prozent der Bereich Tourismus und Freizeitaktivitäten, gefolgt von Sportbootschifffahrt und -häfen (10 Prozent) und Fracht- und Passagierschifffahrt sowie Fischerei und -häfen (beide 9).

Am Ostsee-Strand sammelt sich leider viel Müll an. (Archivbild)
Am Ostsee-Strand sammelt sich leider viel Müll an. (Archivbild)  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Müll gelangt auch über Binnenflüsse ins Meer. Am Beispiel der Warnow wird dies für die Ostsee untersucht. Dazu dient ein fest installiertes Reusensystem zur Erfassung des Aalabstiegs bei Kessin, drei Kilometer stromaufwärts von Rostock.

Dort fand sich den Angaben zufolge sehr wenig Müll: Im Laufe von fast 780 Fangtagen von 2016 bis 2019 wurden rund 260 Müllteile gefunden – also etwa alle drei Tage eines. Berücksichtigt wurden aber nur Teile unter Wasser, die größer als zwei Zentimeter waren.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

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