Touristen kesseln Schweinswal in der Ostsee ein und lassen ihn elendig sterben

Grömitz - Wie furchtbar! Am vergangenen Freitag ist in der Ostsee ein kleiner Schweinswal elendig verendet.

Die Touristen hielten den Schweinswal über dem Wasser.
Die Touristen hielten den Schweinswal über dem Wasser.  © Polizeidirektion Lübeck

Wie die Lübecker Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten, wurde der Seehundjäger, der in Ostholstein stationiert ist, gegen Mittag informiert, dass mehrere Erwachsene einen kleinen Schweinswal vor Grömitz eingekesselt und gefangen hielten.

Dabei haben sie ihn immer wieder über Wasser gehalten.

Zudem wurden mehr als 20 Kinder ins Wasser gerufen, die das Tier festhielten, umarmten und streichelten.

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Nach Zeugenaussagen sei das Tier anfangs noch lebhaft gewesen, doch mit der Zeit wurde es immer schwächer und schwächer. Am Ende verendete der kleine Schweinswal im Badegebiet.

Das tote Tier wurde durch den Seehundjäger geborgen und in das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) nach Büsum gebracht.

Bei der Erstsektion wurde festgestellt, dass der Wal Herz- und Lungenwürmer hatte. Von der Ärztin konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der Wal aufgrund des intensiven Kontaktes mit den Menschen verendet ist.

Gegen die beteiligten Personen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer Straftat nach §71 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eingeleitet.

Beteiligte Personen können sich gefährliche Infektion zugezogen haben

Diese Vorschrift stellt es unter anderem unter Strafe, wenn wildlebenden Tieren der streng geschützten Arten nachgestellt wird, sie gefangen, verletzt oder getötet werden.

Vorsätzliches Handeln wird gem. §71 Abs. 1 BNatschG mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft, Fahrlässigkeit mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe.

Zudem gab die Polizei bekannt, dass die Personen, die mit dem Tier in Kontakt kamen, an Zoonosen erkranken können. Dabei handelt es sich um Infektionskrankheiten, die von Viren, Bakterien, Pilzen, Protozoen und anderen Parasiten verursacht und wechselseitig zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können.

Die Ermittler suchen nun nach Zeugen des Vorfalls. Hinweise werden unter der Telefonnummer 04371/5030860 oder der E-Mail-Adresse fehmarn.wspst@polizei.landsh.de entgegengenommen.

Titelfoto: Polizeidirektion Lübeck

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