Urlaub an Nord- und Ostsee: Was jetzt erlaubt ist und was nicht!

Hamburg/Kiel/Schwerin – Hamburg freut sich auf seine Maiferien. Doch wohin darf es denn gehen? Vieles ringsherum ist noch zu oder macht - zunächst - nur in einigen Gebieten auf. Hier ein Überblick, was möglich ist!

Strandkörbe stehen auf dem fast menschenleeren Strand in Timmendorfer Strand. Wegen sinkender Corona-Zahlen darf an der Lübecker Bucht jetzt ein Modellprojekt starten.
Strandkörbe stehen auf dem fast menschenleeren Strand in Timmendorfer Strand. Wegen sinkender Corona-Zahlen darf an der Lübecker Bucht jetzt ein Modellprojekt starten.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg hat neben Sachsen-Anhalt als einziges Bundesland kommende Woche Schulferien. Viel anfangen können Familien damit aber nicht - zumindest wenn sie im Norden bleiben und nicht gleich ein Flugzeug etwa gen Mallorca oder Griechenland besteigen wollen.

Denn obwohl Hamburg die bundesweit zweitniedrigste Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen aufweist, sind die Bürger der Hansestadt in den Nachbarländern nicht gerne gesehen.

So sind beispielsweise in Niedersachsen Reiterferien zwar möglich, aber eben nicht für Hamburger. Die Landesregierung in Hannover gestattet nur den Niedersachsen selbst einen Ausritt im Pferdeland.

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Noch strenger geht es beim Nachbarn Mecklenburg-Vorpommern zu. Dort ist Hamburger Familien nicht einmal ein Tagesausflug an die Ostsee oder die Seenplatte gestattet.

Einzige Ausnahme: Sie sind vollständig geimpft oder als Genesene zumindest einmal geimpft. Eine Vorgabe, die schon wegen der in Hamburg streng gehandhabten Impfpriorisierung wohl nur wenige Familien erfüllen dürften.

Touristische Übernachtungen etwa in Hotels und Pensionen oder auf Campingplätzen sind im Nordosten generell verboten.

Achtung: Urlaub in Ferienwohnung nur in Modellregionen möglich

Ein Hinweisschild zur Nutzung der Luca-App ist am Eingang zu einem Cafe zu sehen. So können sich Gäste registrieren.
Ein Hinweisschild zur Nutzung der Luca-App ist am Eingang zu einem Cafe zu sehen. So können sich Gäste registrieren.  © Christian Charisius/dpa

Bleibt noch Schleswig-Holstein, das sich zwar ab dem 17. Mai öffnet, aber zu spät für die urlaubenden Hamburger: Nach den Nickligkeiten während der ersten Corona-Welle, als Schleswig-Holstein seine Grenze für Hamburger faktisch geschlossen hatte, dürfen die Hanseaten jetzt zwar ins Land - aber nur unter Auflagen.

So sollten Hamburger es unterlassen, mit ihren Wohnmobilen einfach gen Norden zu fahren. Es sei denn, sie haben einen gebuchten Stellplatz.

Den oder die heiß ersehnte Ferienwohnung gibt es nicht überall. Sie muss in einer der wenigen Modellregionen liegen, etwa an der Lübecker Bucht mit Timmendorfer Strand, wo es ab Samstag wieder losgeht.

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Wer also wie viele Hamburger schon vor Monaten eine Unterkunft gebucht hat, die jetzt zufälligerweise nicht in einer der Modellregionen liegt, hat Pech gehabt.

Der Urlaub bleibt verwehrt, selbst wenn die Corona-Inzidenz dort niedriger ist als in einer der von der Landesregierung auserkorenen Modellregionen.

Hier dürfen Hamburger Urlaub machen!

Essen gehen ist in Eckernförde wieder möglich. Hier hat die Außen- und Innengastronomie geöffnet.
Essen gehen ist in Eckernförde wieder möglich. Hier hat die Außen- und Innengastronomie geöffnet.  © Christian Charisius/dpa

Sofern nicht schon ausgebucht, können Hamburger in Schleswig-Holstein in derzeit drei Modellregionen urlauben.

SCHLEIREGION/ECKERNFÖRDE: Hier ist kontaktarmer Urlaub in Ferienhäusern und -wohnungen möglich. Auch Hotels dürfen öffnen, aber ohne Frühstücksangebot. Das wird auf den Zimmern oder im Außenbereich des Hotels serviert. Die Innengastronomie bleibt zu.

Für Campingplätze und Wohnmobil-Stellplätze sind Buchungen erforderlich. Eckernförde setzt dagegen vor allem auf den Tagestourismus. Hier sind Gaststätten, Einzelhandel und Beherbergungsbetriebe geöffnet.

LÜBECKER BUCHT: In den Orten Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt ist von Samstag an wieder Urlaub möglich - wenn auch unter strengen Auflagen.

Unter dem Motto "Mehr testen für weniger Corona" müssen Gäste bei ihrer Anreise einen negativen Corona-Test vorweisen und sich während ihres Aufenthalts alle 48 Stunden testen lassen. Diese Pflicht gilt hier auch für Kinder ab sechs Jahren.

In teilnehmenden Restaurants sind während des Modellversuchs auch die Innenbereiche geöffnet. Gäste müssen vorab einen Tisch reservieren, einen tagesaktuellen, gültig attestierten Corona-Negativtest vorweisen und ihre Kontaktdaten mit der Luca-App hinterlegen.

NORDFRIESLAND: Seit dem 1. Mai dürfen wieder Gäste in Hotels, Ferienwohnungen, Jugendherbergen und auf Campingplätzen einchecken. Es muss für jede Einheit ein eigenes Bad vorhanden sein.

In allen Unterkünften gelten die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln. Das heißt, es dürfen maximal zwei Familien gemeinsam in einer Ferienwohnung übernachten. Übernachtungsgäste müssen bei der Anreise einen negativen Corona-Test vorlegen, der drei Tage nach der Anreise wiederholt werden muss. Die Testpflicht gilt auch für Kinder ab zwölf Jahren.

BÜSUM: Dort können Urlauber vom 10. Mai an wieder in Hotels oder Ferienwohnungen übernachten. Auch Restaurants und Cafés öffnen wieder ihre Innen- und Außenbereiche. Bei jedem Besuch müssen die Gäste ihre Kontaktdaten hinterlegen.

In allen Modellregionen gelten weiterhin die allgemeinen Abstandsregeln und die Maskenpflicht.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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