Bevölkerung in Hochwasser-Region wird vor Unwetter gewarnt: Evakuierung möglich

Bad Neuenahr-Ahrweiler - In der Hochwasserregion in Rheinland-Pfalz informiert der Katastrophenschutz die Bürger wegen der vorhergesagten Unwetter über eine Notunterkunft.

Es besteht aktute Hochwassergefahr für die Ahr (Symbolfoto).
Es besteht aktute Hochwassergefahr für die Ahr (Symbolfoto).  © Harald Tittel/dp

Laut der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion wird in möglicherweise betroffenen Orten gewarnt. "Die Vorbereitungen laufen. Die Bevölkerung wird in den Sozialen Medien noch einmal gewarnt und es werden Flugblätter verteilt", sagte ein Sprecher am Samstagmorgen.

Demnach besteht keine akute Hochwassergefahr für die Ahr. Dennoch sei bei Niederschlag mit verstärktem Oberflächenwasser insbesondere in den Orten zu rechnen, in denen Teile der Kanalisation zerstört oder verstopft sind.

Dadurch könne es örtlich zu einem erneuten Einlaufen von Wasser in Kellern kommen. Davon stärker betroffen sein könnten laut Katastrophenschutz die Ortschaften Schuld, Insul und Dümpelfeld. Zudem könne es durch verstopfte Einläufe in der Stadt Bad Neuenahr und der Ortsgemeinde Müsch zur Einstauung von Wasser in den Straßen kommen.

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Der Katastrophenschutz biete allen Einwohnerinnen und Einwohnern der betroffenen Orte bei Bedarf eine Unterbringung an, hieß es. In Leimersdorf in der Verbandsgemeinde Grafschaft werde von diesem Samstag an ab 10 Uhr durchgängig eine Notunterkunft betrieben, die auch in den nächsten Tagen zur Verfügung stehe. Es würden Shuttle-Busse eingesetzt.

Im Laufe des Tages kann es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu lokal eng begrenzten Unwettern mit Niederschlagsmengen zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit kommen. Die Regenmenge solle aber meist unterhalb der Warnschwelle bleiben.

Wo genau die Unwetter stattfinden, ist laut DWD zunächst nicht zu sagen. "Eine genaue Lokalisierung der Schwerpunkte wird - wenn überhaupt - nur sehr kurzfristig möglich sein," hieß es.

Update, 24. Juli, 15.53 Uhr: Wegen erneuten Regenfällen wird Evakuierung angeboten

Rund eineinhalb Wochen nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz haben in dem betroffenen Gebiet am Samstag erneut Regenfälle eingesetzt - und es wurden Evakuierungen angeboten. Wie die Leiterin des Katastrophenschutzstabs, Begona Hermann, mitteilte, ist im Laufe des Tages laut Deutschem Wetterdienst mit örtlichen Niederschlägen im Bereich von maximal 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter zu rechnen; stellenweise auch nur 10 Liter. Ab Sonntagmorgen gegen 6 Uhr könne sich die Wetterlage noch verschärfen.

Den besonders betroffenen Kommunen sei daher ein Evakuierungsangebot gemacht worden. In den gefährdeten Gebieten Schuld, Insul, Dümpelfeld und Bad Neuenahr sollen die Menschen demnach mit Shuttlebussen zu einer Notunterkunft in Leimersdorf gebracht werden können.

"Das entscheiden dann die Menschen selbst", so Hermann, denn die Wetterlage sei nicht so verschärft wie in der vergangenen Woche. "Aber wir haben eine nicht mehr funktionierende Kanalisation." Daher würden sich die Regenfälle anders auswirken als noch vor zehn Tagen.

Wegen der Wetterlage könnten die Helfer nicht so intensiv arbeiten wie zuvor. Dies soll laut Hermann für eine konzentrierte Abfall-Abfuhraktion genutzt werden. Ziel sei es, die sich am Straßenrand auftürmenden Müllberge so schnell wie möglich zu beseitigen. Denn sie seien einerseits ein Seuchenherd, andererseits störten sie den Verkehr. Zudem werde der Platz benötigt, um die Kanalisation spülen zu können.

Update, 24.Juli, 15.37 Uhr: Freiwillige Helfer sollen das Krisengebiet verlassen

Freiwille Helfer sollen das Krisengebiet verlassen. Grund dafür sind die bevorstehenden Unwetter, sowie die unübersichtliche und eingeschränkte Infrastruktur.

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Update, 24.Juli, 14.45 Uhr: DRK Hessen stellte mehr als 700 Kräfte für Hochwasserregion bereit

Der hessische Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat nach eigenen Angaben neben denen aus den betroffenen Bundesländern die meisten Einsatzkräfte für die Hochwasserregionen bereitgestellt. Das teilte der Landesverband am Samstag in Wiesbaden mit. Seit letzter Woche waren den Angaben zufolge insgesamt 715 hessische DRK-Einsätzkräfte in den betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vor Ort.

Der Landesverband rechnet damit, dass der Einsatz bis weit in den August andauern werde. In Nordrhein-Westfalen ist demnach der Einsatz der hessischen DRK allerdings beendet worden.

Die Aufgaben des DRK vor Ort seien derzeit unter anderem Sandsäcke zu befüllen, Hygiene-Verhältnisse zu stabilisieren, Trinkwasser bereitzustellen und Suchdienste zu unterstützen. Eine sogenannte "Psychosoziale Notfallversorgung" bieten die Helfer und Helferinnen voraussichtlich bis zum 30. Juli an.

Titelfoto: Harald Tittel/dp

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